Donnerstag, 19. Juni 2008

Neuerlicher Anlauf zum Frieden: Zwischen Israel und Hamas schweigen die Waffen

  • Sechs Monate keine Luftangriffe im Gaza-Streifen
  • Olmert warnt, die Waffenpause sei sehr brüchig

Im Gaza-Streifen und angrenzenden israelischen Gemeinden ist heute ab 6 Uhr Ortszeit offiziell eine Waffenruhe in Kraft getreten. Seit Mitternacht hätten militante Palästinenser den Beschuss Israels eingestellt, sagte ein Armeesprecher am Donnerstag in der Früh in Tel Aviv. Zuvor seien am Mittwoch mehr als 30 Raketen sowie zehn Granaten auf Israel abgefeuert worden.

Dabei sei in der israelischen Stadt Sderot eine Frau durch einen Raketeneinschlag verletzt worden, teilte ein Armeesprecher mit. Israelische Soldaten haben unterdessen im Gaza-Streifen einen Palästinenser getötet, berichteten palästinensische Sanitäter am Donnerstag in der Früh. Unklar war zunächst, ob der Mann durch Schüsse aus der Luft oder vom Boden aus getroffen wurde.

Waffenpause sehr brüchig
Die unter ägyptischer Vermittlung ausgehandelte Waffenruhe, zu der sich Israel sowie die Hamas und elf weitere Palästinenserorganisationen verpflichten, wird vorerst ein halbes Jahr gelten. Als nächsten Schritt soll Israel dann vom kommenden Sonntag an schrittweise die Blockade des Gaza-Streifens lockern. Damit werden 1,4 Millionen Palästinenser seit Monaten erstmals wieder mit großen Mengen an Nahrungsmitteln, Baustoffen, Rohmaterialien, Treibstoff und Konsumgütern versorgt.

Israels Ministerpräsident Olmert hatte wenige Stunden vor Beginn der Waffenruhe noch vor zu großen Erwartungen gewarnt. Die Waffenpause sei sehr brüchig und könne von sehr kurzer Dauer sein.
(apa/red)

19.6.2008 08:00