Dienstag, 17. Juni 2008

Iran hält weiter an Urananreicherung fest: Internationaler Druck lässt Teheran kalt

  • Staatengemeinschaft lockt mit Anreizprogramm
  • Vize-Außenminister: Anreicherung bleibt "Rote Linie"

Der Iran hat angekündigt, trotz des internationalen Drucks an seinem Programm zur Anreicherung von Uran festzuhalten. "Wir haben wiederholt gesagt, dass die Anreicherung unsere Rote Linie ist und wir diese Technologie haben wollen", sagte Vize-Außenminister Sheikhattar. Die Arbeit werde weitergehen. Eine formelle Antwort auf die jüngsten Vorschläge werde es so bald wie möglich geben.

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hatte am Wochenende bei Gesprächen in Teheran die Vorschläge, die von den fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats und Deutschland ausgearbeitet worden waren, unterbreitet. Die USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland versuchen, mit einem neuen Anreizpaket das Land zu einem Kurswechsel zu bewegen, damit es sein Atomprogramm aufgibt. Sollte der Iran nicht darauf eingehen, muss das Land mit weiteren Strafmaßnahmen rechnen.

Der Iran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms auch nach Nuklearwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran hat stets erklärt, sie wolle die Atomkraft lediglich zur Stromgewinnung nutzen.

(apa/red)

17.6.2008 13:21