Montag, 16. Juni 2008

Schwere Überflutungen im US-Bundesstaat Iowa: 36.000 Menschen sind ohne Obdach

  • USA: Rund 25.000 Gebäude mussten evakuiert
  • Rekord-Überschwemmungen am Mississippi erwartet

Im US-Bundesstaat Iowa sind 36.000 Menschen obdachlos gewesen, nachdem schwere Überflutungen sie aus ihren Häusern vertrieben hatten. In Cedar Rapids, wo allein 25.000 Gebäude evakuiert worden waren, durfte ein Teil der Einwohner aber erstmals zurückkehren, um die wertvollste Habe aus dem überschwemmten Zuhause zu bergen.

Der Wasserstand des nach schweren Regenfällen über die Ufer getretenen Cedar River sank inzwischen deutlich und trockenes Wetter ist angesagt, so dass in Kürze mit den Aufräumarbeiten begonnen werden kann.

Rekord-Überschwemmungen
Allerdings wurden nun für Mitte der Woche Rekord-Überschwemmungen am Mississippi erwartet, davon werden dem nationalen Wetterdienst zufolge auch Teile von Missouri und Illinois betroffen sein. So waren in Dutzenden Ortschaften Freiwillige im Einsatz, um Deiche am Fluss mit Sandsäcken zu verstärken. Auch Gefängnisinsassen halfen nach Medienberichten bei den Arbeiten mit.

Massive Verkehrsstörungen
Die Überflutungen im mittleren Westen führten zu massiven Verkehrsstörungen, da Züge auf weiten Strecken nicht fahren konnten. Auch ein 500 Kilometer langer Abschnitt des Mississippis von Iowa bis Missouri ist seit Tagen gesperrt. Um diese Jahreszeit werden sonst in dieser Region in einem Zeitraum von nur zwei Wochen mehr als zwei Millionen Tonnen an Gütern auf dem Fluss transportiert, rechnete die "USA Today" am Montag vor. Ein großer Teil davon sind landwirtschaftliche Produkte.

Allein in Iowa gehen die Behörden inzwischen von Schäden in Höhe von mehr als zwei Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) nur durch Ernte- und Handelsverluste aus. "Das hier ist eine Katastrophe, die von Tag zu Tag größer wird", zitierte "USA Today" am Montag den Leiter der Farm-Behörde Iowas, Craig Lang. "Ich bin sehr, sehr besorgt, dass manche Farmer dies (wirtschaftlich) nicht überleben." Auch ist nach Voraussagen von Experten längerfristig ein spürbarer Anstieg von Preisen bei vielen Agrarprodukten zu erwarten.

Ähnlich äußerte sich auch Gouverneur Chet Culver, der 83 der 99 Landkreise des Staates zu Katastrophengebieten erklärt hat. Er verwies aber zugleich auch auf "ein paar gute Nachrichten": So blieb etwa nach der Überflutung des Geländes der Staatsuniversität in Iowa City die befürchtete schwere Überschwemmung der Innenstadt aus. Der Iowa River stieg zuvor nicht so stark an, wie es erwartet worden war.

(apa/red)

16.6.2008 14:51