Prozess wegen Massaker in Srebrenica: Bosniaken verklagen niederländischen Staat
- UNO-Soldaten hätten sie nicht vor Gewalt beschützt
- Jetzt soll ein Zivilgericht in Den Haag entscheiden

Vor einem Zivilgericht in Den Haag beginnt ein Prozess von Bosniaken gegen den niederländischen Staat im Zusammenhang mit dem Massaker von Srebrenica. Die Kläger werfen holländischen UNO-Soldaten vor, ihre Angehörigen nicht vor den Gewalttaten der serbischen Armee geschützt zu haben.
Während des Bosnienkrieges (1992-1995) stand das von Bosniaken bewohnte Srebrenica unter Schutz der UNO-Truppen, bis die serbische Armee im Juli 1995 einmarschierte und rund 8.000 bosnische Muslime tötete. Wegen des Massakers führt das UNO-Kriegsverbrechertribunal mehrere Prozesse gegen Beteiligte. Die niederländische Regierung hatte 2002 erklärt, mit dem Schutz der Stadt sei ihren Soldaten eine "unmögliche" Aufgabe erteilt worden, weil die Blauhelme Waffengewalt nur zur Selbstverteidigung anwenden durften.
(apa/red)
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