Auswirkungen der Roten Turbulenzen? ÖVP
will Prolongierung der Krise neu bewerten
- Faymann statt Gusenbauer SPÖ-Parteivorsitzender
- Ämtertrennungsmodel als Rettungsanker der Partei
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Besteht aus Vorsitzendem
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·Grafik: Gusenbauer im Umfrage-Tiefflug
Liegt im Vertrauensindex bei minus 17 Prozent

Die Turbulenzen der SPÖ löst auch beim Koalitionspartner Irritationen aus. Die ÖVP spricht von einer "Prolongierung der SPÖ-Krise" und will die Koalition nun neu bewerten.
Gefallen ist die Entscheidung über die Rochade an der SP-Spitze in einer fast fünfstündigen Sitzung des Parteipräsidiums. Schon zum Auftakt hatte Wiens Bürgermeister Michael Häupl aufhorchen lassen, der den Verbleib Gusenbauers an der Parteispitze offen ließ und auf eine entsprechende Frage wörtlich sagte: "Das werden wir sehen." Auch von den anderen Landesobleuten kam keine klare Unterstützung für den Kanzler. Salzburgs Gabi Burgstaller war gar nicht nach Wien gekommen.
Fast fünf Stunden später war Gusenbauer dann bemüht, die von ihm bisher abgelehnte Ämtertrennung zwischen Kanzler und SP-Vorsitzendem als seine eigene Idee darzustellen: "Sie können mir glauben, dass heute in der Früh alle Beteiligten einigermaßen überrascht waren." Die SPÖ sei in einer "sehr anspruchsvollen Situation", daher habe er vorgeschlagen, "dass in Zukunft die Position des Bundeskanzlers und Parteivorsitzenden getrennt werden", sagte Gusenbauer. Dabei hatte er bis vor kurzem selbst eine Kampfkandidatur beim Parteitag im Oktober nicht ausgeschlossen. "Jeder kann antreten, ich trete in jedem Fall an", so Gusenbauer noch Anfang Juni im "Standard".
(apa/red)
