10. Jahrestag der Lassing-Katastrophe: Hinterbliebene geben eine Erklärung ab
- Angehörige bitten um Verständnis für Zurückhaltung
- Jede Erörterung ruft Schmerzen wieder hervor

·Zehn Jahre nach der Tragödie von Lassing
Mitreißende BILDER vom schweren Grubenunglück
·Das Drama von Lassing und die Folgen
17. Juli 1998: Unglück hielt ganze Welt in Atem
·Lassing: Gedenktag nur für Angehörige
Hinterbliebene von Medientrubel abgeschirmt
·GRAFIK: Bergunglück von Lassing 1998
Ablauf der Katastrophe und Stollenquerschnitt
·Lassing: Zwischen Landflucht & Aufbruch
Grubenunglück ist noch immer gegenwärtig
·Unglück auch am Beginn von Talkabbau
Lassinger Talkum wurde nach Hof-Brand entdeckt
·Lassing als Impuls für Krisenmanagement
Medienbetreuung hat nur mangelhaft funktioniert
Heute, am 17. Juli, jährt sich zum zehnten Mal das Grubenunglück von Lassing. Damals kamen in dem Talk-Bergwerk zehn Männer ums Leben, ein Kumpel konnte wie durch ein Wunder nach neuneinhalb Tagen nahezu unverletzt geborgen werden. Vor dem Jahrestag haben die Angehörigen eine Erklärung veröffentlicht, in der um Verständnis für ihre Zurückhaltung gegenüber der Öffentlichkeit geworben und gleichzeitig Dank für die vielfältig erfahrene Hilfe ausgesprochen wird.
Die Angehörigen haben die Erklärung in Vorbereitung auf den Gedenktag verfasst und die Gemeinde Lassing unter Bürgermeister Fritz Stangl mit der Veröffentlichung betraut. Hier der Wortlaut:
Erklärung der Angehörigen
"Zehn Jahre nach dem Grubenunglück von Lassing verstehen wir Angehörigen das öffentliche Interesse, aber verstehen bitte auch Sie unsere Situation als Hinterbliebene: Jede Erörterung der damaligen Geschehnisse und ihrer bis heute und in alle Zukunft wirkenden Folgen ruft bei uns auch den Schmerz wieder hervor. Jede Frage danach zwingt uns, alle emotionalen Belastungen wieder zu erleiden.
Deshalb haben wir beschlossen, uns dem öffentlichen Interesse nur mit dieser Erklärung zu stellen. Wir nehmen den Jahrestag zum Anlass, nochmals für die enorme persönliche und aufrichtige Hilfe und Anteilnahme von so vielen Menschen zu danken. Dieser Dank gilt insbesondere allen, die sich zum Teil unter Einsatz ihrer Gesundheit und ihres Lebens bemüht haben, unsere Hoffnung am Leben zu erhalten. Es ist schwer, dafür die angemessenen Worte zu finden.
Danke auch für die Hilfe in anderer Form: Von der kleinsten Anteilnahme bis hin zu jeglicher Unterstützung. Wir alle haben in unseren Familien und bei unseren Freunden Halt, Gespräch und Umarmung gefunden. Das hat geholfen, nicht zu verzweifeln und weiterzuleben, auch für die Zukunft unserer Kinder. Wir sehen das als ermutigendes Beispiel für alle Menschen, die je so großem Leid ausgesetzt sind. Bestimmt war und ist das ganz im Sinne aller verunglückten Männer, die jeden einzelnen Tag in unserem Leben fehlen, in unserem Herzen und in unseren Kindern weiterleben."
(apa/red)
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