Freitag, 20. Juni 2008

Bleibt Arigona länger in Österreich? Lange erwartetes psychiatrisches Gutachten fertig

  • Mutter schwer krank - Aufschub für die Abschiebung?
  • Entscheidung wird dem Innenministerium überlassen

Das langerwartete medizinische Gutachten über Arigona und ihre Mutter Nurie könnte eine Wende im Fall Zogaj gebracht haben. Über den Inhalt des Schriftstücks herrschte vorerst Stillschweigen. Der Gutachter und Arzt in der Linzer Landesnervenklinik Wagner Jauregg, Bernhard Lindenbauer, betonte jedoch, dass Nurie unbedingt psychiatrische Betreuung brauche.

Das Gutachten wurde von der zuständigen Bezirkshauptmannschaft in Vöcklabruck in Oberösterreich nach Wien weitergeleitet. Die Entscheidung, ob Mutter und Tochter weiter in Österreich bleiben dürfen, liegt damit weiter beim Innenministerium.

Für die Weiterentwicklung von Arigona sei es günstig, wenn sie bei der Mutter bleibe, betonte Lindenbauer. Was eine weitere medizinische Betreuung im Kosovo betreffe - falls doch eine Abschiebung drohe - meinte der Arzt: "Man müsste vorher prüfen, ob dort die notwendigen Ressourcen vorhanden sind." Aus psychiatrischer Sicht brauche Nurie Zogaj auf alle Fälle noch Zeit zur Stabilisierung, so Lindenbauer.

Kranke Personen dürfen bleiben?
Weder die Bezirkshauptmannschaft noch das Innenministerium wollten sich zum medizinischen Gutachten äußern. Aus dem Büro von Ressortchef Platter hieß es, dass ein umfassender Bericht über das Gutachten zu erwarten sei. Der Innenminister soll jedoch vor einigen Tagen erklärt haben, dass keine kranken Personen aus Österreich abgeschoben werden würden.

Der Anwalt der Familie Zogaj, Helmut Blum, stellte fest: "Ich habe das Gutachten noch nicht gesehen", sagte der Anwalt. Falls es aber den schlechten Gesundheitszustand der Mutter von Arigona, Nurie Zogaj, bestätige, werde es natürlich zu einem Abschiebungsaufschub kommen, ist sich Blum sicher. (APA/red)

20.6.2008 15:43