Am 26. und 27. Juni lieber gesund bleiben: Ordinationen wegen Ärzte-Streik leider zu!
- Klarer Protest gegen die geplante Gesundheitsreform
- Ärztekammer drängt auf Verhandlungen mit SP & VP

·BILDER: Die Ärzte gingen auf die Straße
Großdemonstration mit
weißen Kitteln in Wien
·NEWS: Statements der Reform-Gegner
Kritik kommt aus SPÖ, ÖVP und Ärztekammer
·Gegnerschaft der Gesundheitsreform
Wer warum dagegen
auf die Barrikaden steigt
Der nächste Ärzte-Streik ist fix, das hat die in Eisenstadt tagende Vollversammlung der Ärztekammer beschlossen. "Die Vollversammlung hat die Beschlüsse nicht revidiert", sagte ein Sprecher der Ärztekammer. Damit werden die Ordinationen am 26. und 27. Juni geschlossen bleiben - aus Protest gegen die von der Koalition geplante Gesundheitsreform.
Sollten die Forderungen der Ärzte nicht erfüllt werden, soll Anfang Juli der nächste Streik folgen. "Je nach politischer Entwicklung" werde es auch am 7. bis 9. Juli zu Ordinationsschließungen kommen, sagte der Ärzte-Sprecher. Außerdem ist am 7. Juli eine weitere Demonstration geplant. Erstmals hatten die Ärzte ihre Praxen dieser Woche geschlossen.
Die Ärztekammer drängt auf Verhandlungen mit beiden Koalitionsparteien und fordert das Abgehen von den Einzelverträgen zwischen Kassen und Ärzten im Fall eines vertragslosen Zustandes. Ob die für Juli geplanten Ordinationsschließungen tatsächlich stattfinden, werde dann vom Ergebnis der Gespräche abhängen, so Ärztekammer-Vizepräsident Günther Wawrowsky gegenüber der APA: "Wenn dieses Ergebnis hinreichend ist, kann man die Ordinationsschließungen immer noch absagen."
Ärzte-"Kollektivvertrag" soll bleiben
Als unabdingbare Forderung der Ärztekammer sieht Wawrowsky das Abgehen von den Einzelverträgen. Konkret ist geplant, dass die Krankenkassen mit Ärzten und Gruppenpraxen Einzelverträge schließen können, wenn die Verhandlungen über einen Gesamtvertrag mit der Ärztekammer scheitern. Damit werde de facto der "Kollektivvertrag" der Ärzte abgeschafft, kritisiert Wawrowsky. Das sei inakzeptabel.
Der Ärztekammer-Vizepräsident hofft, dass es nächste Woche endlich einen gemeinsamen Verhandlungstermin mit beiden Koalitionspartnern gibt. Bisher habe es nur getrennte Gespräche mit Vertretern von SPÖ und ÖVP gegeben. (APA/red)
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