Dienstag, 17. Juni 2008

Warum Diäten oft ganz ohne Erfolg bleiben:
Nicht nur zu viel Essen macht Menschen dick

  • Ernährung und Bewegung nur zum Teil verantwortlich
  • Gewichtszunahme von Botenstoff Serotonin anhängig

Die Gewichtsentwicklung eines Menschen hängt offenbar nicht nur davon ab, wie viel er isst. Vielmehr beeinflusst vermutlich auch der Hirnbotenstoff Serotonin über molekulare Prozesse, ob aufgenommene Nahrung gespeichert oder verbrannt wird. Diese Beobachtung von US-Wissenschaftern am Fadenwurm Caenorhabditis elegans könnte erklären, warum Diäten bei vielen Menschen ohne Erfolg bleiben.

Die Forscher der Universität von Kalifornien in San Francisco bestreiten zwar nicht, dass Ernährung und Bewegung für die Gewichtsentwicklung wichtig sind. "Aber das ist nicht die ganze Geschichte", glaubt Untersuchungsleiter Kaveh Ashrafi. Vielmehr könne Serotonin in Nervenzellen Signalketten auslösen, die darüber entscheiden, ob Fett verbrannt wird.

Der Forscher zieht diesen Schluss aus der Beobachtung von Aktivitäten bestimmter Gene bei Fadenwürmern. Deren Genom entspricht etwa zur Hälfte dem des Menschen. Wenn die Vorgänge bei den Würmern auf den Menschen übertragbar sind, ist die Entwicklung von Präparaten denkbar, die gezielt dafür sorgen, dass Fett stärker verbrannt wird. (apa/red)

17.6.2008 09:09