Impfstoff per Pflaster gegen Reisedurchfall:
Soll Erkrankungswahrscheinlichkeit senken
- Schutzrate des Wirkstoffs auf 75 Prozent geschätzt
- Folgestudie soll Wikrung des Präparats untermauern

·Gesundheitsrisiken werden unterschätzt
Im Urlaub lauern Krank- heiten und Infektionen
·Jeder Dritte leidet an Verdauungsproblemen
Keiner geht so selten aufs Klo wie die Wiener
Durchaus möglich, aber noch nicht bewiesen, dass es in einigen Jahren eine Impfung gegen die Reisedarrhoe durch E. coli-Infektionen gibt. Ein vom US-Unternehmen Iomai entwickeltes Impfstoffpflaster hat einen Hinweis auf Wirksamkeit erbracht.
Der Terminus "Reisediarrhoe" als Folge einer E. coli-Infektion ist ein Privileg, das die Menschen in den Industrieländern betrifft. In den Staaten der Dritten und Vierten Welt erkranken pro Jahr 210 Millionen Kinder, etwa 350.000 sterben infolge dieser bakteriellen Darmerkrankung - vor allem am massiven Flüssigkeits- und Elektrolytverlust. Während eine solche Impfung für Fernreisende angenehm wäre, wäre für die ortsansässige Bevölkerung ein zum Teil lebensrettender Segen.
Iomai ist es gelungen, das hitze-labile Toxin von ETEC-Bakterien in ein Pflaster zu verpacken, das die Antigene durch die Haut abgibt. Bei zwei Teilimpfungen muss ein solches Applikationssystem nur jeweils ein paar Stunden getragen werden.
In die Studie des Wirkstoffs wurden 178 Probanden im Alter von 18 bis 64 Jahren aus den USA aufgenommen, die nach Mexiko oder nach Guatemala reisen wollten. Von den 59 Probanden, welche die echten Pflaster bekommen hatten, erkrankten nur drei an ETEC-Infektionen, hingegen 24 (22 Prozent) der Placebo-Probanden. Die Schutzrate gegen moderate bis schwere Diarrhoe wurde daraus auf rund 75 Prozent geschätzt, jene gegen schwere Durchfallerkrankungen auf 84 Prozent. Möglicherweise reduziert das Pflaster auch die Dauer einer Erkrankung.
Festzuhalten ist hier allerdings, dass die Studie wegen ihrer kleinen Teilnehmerzahl nicht als repräsentativ angesehen werden kann. Mit der Durchführung einer größeren Studie in Mexiko und Guatemala soll bestimmt werden, wie hoch die Schutzrate tatsächlich ist. (apa/red)
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