Donnerstag, 12. Juni 2008

Bedenklicher Anstieg bei unseren Teenies: Immer häufiger Schwangerschaftsabbrüche

  • Mangelndes Bewusstsein als Grund für Entwicklung
  • Jährlich 17,5 Millionen Euro für Abtreibungen in Ö

Das Ambulatorium "pro:woman" schlägt Alarm: Immer mehr junge Frauen entscheiden sich für eine Abtreibung. Der Anteil der 14- bis 19-Jährigen hat sich seit 2005 fast verdreifacht und ist von vier auf elf Prozent gestiegen.

Der Grund für diese Entwicklung sei oft mangelndes Bewusstsein. So hätten nur 54 Prozent der am Institut befragten Mädchen verhütet, sagte "pro:woman"-Geschäftsführerin Elke Graf.

38 Prozent jener, die auf Verhütung verzichtet haben, gaben an, sicher gewesen zu sein, dass sie zum Zeitpunkt des ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht fruchtbar gewesen wären. Weitere 22 Prozent hatten ungeplanten Sex und daher keine Verhütung verwendet. Acht Prozent der Frauen wollten nicht verhüten, bei weiteren drei Prozent wollte der Sexualpartner auf Kondom & Co verzichten.

Die Gründe dafür seien unter anderem mangelndes Wissen oder fehlende Kommunikation zwischen den Sexualpartnern: das Ansprechen von Verhütung "ist peinlich", das Benützen von Kondomen "lästig". Graf berichtete etwa von Mädchen, die sich mit Freundinnen die Pillen-Packung "teilen" oder Burschen, die glauben, dass Kondome durch Umdrehen wiederverwendbar sind.

In Österreich geben Frauen laut "pro:woman" rund 17,5 Millionen Euro pro Jahr für Schwangerschaftsabbrüche aus. Es gibt zwar keine Statistiken, das Institut schätzt die jährlichen Abtreibungen aber auf 30.000 bis 35.000. Im Europa-Vergleich hat die Schweiz mit 5,4 Abtreibungen auf 1.000 Frauen die geringste Quote, Russland mit 55,3 die höchste.

apa/red

12.6.2008 09:52