Donnerstag, 12. Juni 2008

'Sein Tod kommt mir mehr als seltsam vor':
Skoffs Bruder im exklusiven NEWS-Interview

  • Über seine genauen Nachforschungen in Hamburg
  • Emotionale Anklage zwischen Wut und Verzweiflung

Bernhard Boschitz muss sich auf jedes Wort, das er spricht, konzentrieren. Darauf, dass er die vergangenen 36 Stunden so wiedergeben kann, wie er sie tatsächlich erlebt hat und dass ihn dabei die Trauer nicht übermannt. Immer wieder macht er eine Pause, hat einen Weinkrampf. Sein Bruder, dessen Tod er beklagt, hat einen prominenten Namen: Horst Skoff.

NEWS: Wann haben Sie Ihren Bruder Horst Skoff das letzte Mal gesehen?

Boschitz: Vergangene Woche am Mittwoch. Er hat mich gebeten, dass ich sein altes Mountainbike zum Reparieren bringe … mein Gott, ich hab ja keine Ahnung gehabt, dass es das letzte Mal sein wird, dass ich ihn lebend sehe …

NEWS: Wie haben Sie von seinem Tod erfahren?

Boschitz: Das war vergangenen Samstag, da sind zwei Beamte vom Polizeiposten St. Kanzian zu mir nachhause gekommen und haben gesagt, dass der Horst in einem Krankenhaus in Hamburg ist und wahrscheinlich sterben wird. Ich habe dann die Nummer von dem Krankenhaus angerufen und den Arzt verlangt. Der hat dann gesagt: „Sie müssen sich geistig von Ihrem Bruder verabschieden. Er wird sterben.“

NEWS: So eine Situation stelle ich mir entsetzlich vor. Was haben Sie danach getan?

Boschitz: Das war für mich ein Schock. Eine halbe Stunde lang war ich wie paralysiert, konnte nichts tun. Danach haben sich meine Gedanken überschlagen. Ich habe beim Flughafen Klagenfurt angerufen, wann Flüge nach Wien bzw. Hamburg gehen.

NEWS: Und Sie sind am gleichen Abend dann noch geflogen?

Boschitz: Ja, ich habe noch Flüge bekommen. In Wien hab ich dann eine SMS von dem Arzt bekommen, in der er geschrieben hat, dass Horst verstorben ist. Ich habe gleich angerufen und gebeten, dass ich ihn noch sehen kann. Der Arzt hat gesagt, dass er das natürlich veranlassen wird…

NEWS: Haben Sie Ihren Bruder dann noch gesehen?

Boschitz: Ich bin gegen neun Uhr abends in der „Klinik St. Georg“ angekommen. Horst ist auf der Intensivstation in einem Bett gelegen. Die Geräte waren schon abgeschaltet … eine Stunde lang habe ich mich von ihm verabschiedet, habe seine Hand genommen … er hat so schlimm ausgesehen … (unterbricht das Gespräch und weint bitterlich)

NEWS: Was meinen Sie mit „schlimm ausgesehen“?

Boschitz: Seine Nase war gebrochen, sein Kiefer blau und auch gebrochen. Dann war das rechte Auge ebenfalls mit Blut unterlaufen und ist oberhalb genäht worden. Über die gesamte linke Hälfte seinen Oberkörpers hat sich ein Hämatom gezogen. Ich habe nicht fassen können, was ich da gesehen habe, habe mir nur gedacht, oh Gott, was hat er durchmachen müssen.

NEWS: Was haben die Ärzte zur Todesursache gesagt?

Boschitz: Dass Horst aufgrund eines Herzversagens verstorben
ist. In der Folge soll es zu einem Atemstillstand gekommen, er gestürzt und an seinem Blut erstickt sein.

NEWS: Was haben Sie sich über die schweren Verletzungen gedacht?

Boschitz: Mir ist das alles seltsam vorgekommen. Solche schweren Verletzungen nur durch einen Sturz? Ich bin am nächsten Tag, Sonntag, dann zu der Polizeistation gegangen, die in St. Kanzian die Beamten verständigt hatte. Dort ist mir mitgeteilt worden, Horst ist eine „Person des öffentlichen Interesses“ und deswegen dürfe man mir nichts sagen. Man hat mir dann den Tipp gegeben, zum Landeskriminalamt zu gehen.

Den kompletten Beitrag können Sie im NEWS 24/08 nachlesen!

12.6.2008 12:47