Montag, 9. Juni 2008

Außenbordeinsatz an ISS war erfolgreich: Letzte Wartungsarbeiten sind abgeschlossen

  • Astronauten ersetzten einen leeren Stickstofftank
  • "Discovery" macht sich wieder auf Rückweg zur Erde

Zwei Astronauten der US-Raumfähre "Discovery" haben bei ihrem letzten Außenbordeinsatz vor dem Rückflug zur Erde wichtige Wartungsarbeiten an der Internationalen Raumstation ISS durchgeführt. Michael Fossum und Ronald Garan ersetzten einen leeren Stickstofftank für das ISS-Kühlsystem, brachten letzte Ausrüstungsgegenstände am neuen japanischen Labor "Kibo" an und sammelten winzige Trümmerteile vom Gelenk eines Solarsegels ein. Es war der dritte Außenbordeinsatz der Mission. Am Mittwoch dockt die Fähre von der ISS ab.

Astronaut Garan absolvierte bei seinem Ausflug ins All einen "wilden Ritt": Während er den alten Stickstofftank festhielt, schwang er sich an einem Roboterarm befestigt von der einen Seite der Station zur anderen und befand sich dabei 24 Meter über der Station. Nach Empfang des neuen Tanks schwang er sich wieder zurück und installierte das Teil. Das ganze Bravourstück spielte sich rund 340 Kilometer über der Erde ab. Von der Analyse der Trümmerpartikel erhoffen sich die Ingenieure Aufschluss darüber, warum ein ähnliches Gelenkstück auf der anderen Seite mit Metallsplittern verstopft ist. Die Fehlfunktion beeinträchtigt die Stromerzeugung, da die Gelenke dazu dienen, die Solarsegel nach der Sonne auszurichten.

"Kibo" erfolgreich getestet
Vor dem letzten Ausflug ins All hatten die Astronauten erfolgreich den Roboterarm des neuen japanischen Moduls "Kibo" getestet. Der japanische Astronaut Akihiko Hoshide sprach von einem Meilenstein und einem eigenen Haus, das sein Land nun im All habe. Der japanische Ministerpräsident Yasuo Fukuda gratulierte den Raumfahrern telefonisch zur erfolgreichen Installation des fast zwölf Meter langen Moduls.

"Kibo" ("Hoffnung") ist der größte Raum in der Internationalen Raumstation (ISS). Der Ausbau ist aber noch nicht beendet: Im Frühjahr soll noch eine Fläche für Experimente im All zur ISS gebracht und an "Kibo" angebaut werden. Erst dann wird das Labor in Betrieb genommen. Am Freitag wurde "Kibo" noch ein "Speicher" aufgesetzt, in dem Ersatzteile und Ausrüstung gelagert werden können. Die ISS hat damit jetzt insgesamt drei Forschungslabors, die von der NASA, der ESA und Japan betrieben werden.

Rückflug zur Erde
Nach der Untersuchung des Hitzeschutzschilds der Raumfähre "Discovery" wurde grünes Licht für den Rückflug zur Erde gegeben. Die Prozedur gehört seit dem "Columbia"-Katastrophe vor fünf Jahren zum Sicherheitsprogramm vor der Rückkehr.

(apa/red)

9.6.2008 14:45