Prödl: "Das hätte uns keiner zugetraut":
Nachwuchshoffnung über Österreich-Polen
- 20-jähriger Innenverteidiger holte den Elfer heraus
- Im Schicksalsspiel gegen Deutschland aber gesperrt

·Vastic rettet Remis
in der Nachspielzeit
Elfmeter in letzten Minute
sichert ÖFB ersten Punkt
·Die ÖFB-Teamspieler
in der Einzelkritik
Korkmaz überragend und
Ivica Vastic kaltschnäuzig
Das 1:1 gegen Polen hat Österreich nicht zuletzt Sebastian Prödl zu verdanken. Mit seinem unbändigen Offensivdrang holte der Innenverteidiger in der Nachspielzeit jenen Elfmeter heraus, den Ivica Vastic mit schlafwandlerischer Sicherheit verwertete. Doch der noch 20-Jährige spielte am Donnerstag auch eine tragische Rolle: Wie schon gegen Kroatien kassierte er eine Gelbe Karte und ist damit im entscheidenden Duell gegen Deutschland am Montag gesperrt.
"Solche Situationen passieren sehr, sehr oft im Spiel, er hat mich niedergerissen", beschrieb Prödl jene Szene in der 93. Minute, als er vom zieh- und zupffreudigen Polen Lewandowski im Strafraum zu Boden befördert worden war. "Ich bin froh, dass der Schiri das gesehen hat, weil es doch eine Behinderung war. Der hat schon mit einer schönen Wucht zugegriffen." Die folgenschwere Gelbe Karte in der 72. Minute sei für ihn "bitter, aber den Tribut habe ich für die Mannschaft gezahlt", meinte Prödl.
"Wir wissen, dass wir noch arbeiten müssen"
Den vergebenen Großchancen in der ersten Hälfte weinte auch er nach: "Wenn wir die Chancen nutzen, hätten wir alles klar machen können. Hinten kann man nur mitfiebern, ob sie vorne die Chancen reinmachen", erzählte er über seine Ohnmacht - und nahm zugleich die Unglücksraben Martin Harnik und Christoph Leitgeb in Schutz: "Es war nicht Pech, sondern es waren gute Reaktionen von Boruc. Wir wissen, dass wir da noch arbeiten müssen. "
Mit der gesamten Vorstellung der ÖFB-Elf war Prödl dennoch zufrieden: "Ich glaube wir haben die gute Leistung aus dem Kroatien-Spiel bestätigt. In der ersten Hälfte hätten wir 3:0 führen müssen, dann haben wir so ein deppertes Abseitstor bekommen, wo der Schiri im Mittelpunkt gestanden ist", ärgerte sich der zukünftige Bremen-Legionär. "Ich glaube, wir haben gesehen, dass wir das Tempo über 90 Minuten gehen können. Zum Glück haben wir hochverdient den Ausgleich geschafft."
"Hoffe, dass die Kroaten das letzte Spiel ernst nehmen"
Die Ausgangslage vor dem letzten Gruppenspiel gegen Deutschland sei ohnehin unverändert. "Wenn wir gegen die Polen 2:0 gewonnen hätten, wäre es genauso ein Entscheidungsspiel. So lebt die Chance genauso, die Situation wäre die gleiche", stellte der Steirer klar. "Wichtig ist, dass die Chance noch lebt. Das ist mental sehr, sehr gut."
Gegen Ballack und Co. sei man gewillt, "wieder zu beißen. Wir haben noch immer die Chance, gegen Deutschland aufzusteigen. Das hätte uns keiner zugetraut", unterstrich Prödl die hohen Ambitionen der österreichischen Auswahl. "Wir haben gegen die Kroaten ein sehr gutes Spiel abgeliefert, das macht uns auch Mut gegen Deutschland zu bestehen. Ich glaube, es wird am Montag einen Ausnahmezustand hier im Stadion geben. Ich hoffe, dass die Kroaten das letzte Spiel ernst nehmen."
(apa/red)
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