320 Festnahmen und 470 Anzeigen bei EM:
Innenministerium zieht Bilanz von 1. Woche
- 15.500 Polizisten sorgten für bisher ruhige EURO
- Zehntausende Fans der Gruppe D werden erwartet

·Kroatischer Fan stirbt
in Kärntner Fanmeile
20-Jähriger erliegt einem Herzkreislauf-Stillstand
750.000 Fans feierten in den ersten sechs EM-Tagen in Österreich. Bisher sei es dabei zu 320 Festnahmen und 470 Anzeigen gekommen, 15.500 Polizisten waren im Einsatz, zog Günther Marek, EURO-Koordinator im Innenministerium Bilanz. Ruhig, mit wenigen Zwischenfällen und kaum Festnahmen sei auch der Donnerstagabend verlaufen. Durch die Konstellation der spielenden Teams sei dieser Tag im Vorfeld als "schwierig" eingestuft worden.
Insgesamt hätten am Donnerstag rund 230.000 Zuseher die Spiele verfolgt, dabei habe es nur einige Vorfälle beispielsweise mit Pyrotechnik gegeben, neun Personen seien österreichweit leicht verletzt worden. Ähnlich auch das Bild in Wien: Fünf Österreicher wurden wegen aggressivem Verhalten bzw. Widerstand gegen die Staatsanwaltschaft festgenommen, sagte Oberst Christian Stella von der Wiener Polizei. Zu kleinen Schwierigkeiten kam es unter anderem auf der Kaiserwiese, beim Burgtor sowie in der Schreyvogelgasse.
Rund 200.000 Fans verfolgten die EM-Spiele bisher in Wien. Von 7. bis 12. Juni habe es insgesamt 23.533 Polizei-Notrufe gegeben, ein geringfügiger Anstieg, denn eine Woche vor EM-Beginn waren es genau 22.972, berichtete Stella. Die Zahl der Einsätze sei im Vergleich sogar um vier Prozent von 7.139 auf 6.853 gesunken. Der Großteil der Anzeigen betrifft bis jetzt Taschendiebstähle (36 Anzeigen) und Sachbeschädigungen (21). 17 Körperverletzungen und sechs Raufereien sowie drei Raub-Delikte hat es bis einschließlich Donnerstag gegeben. 13 Verdächtige wurden bisher festgenommen.
Schweden, Spanier, Russen und Griechen erwartet
In den kommenden Tagen rechnet die Polizei vor allem mit der Anreise von Fans aus Schweden, bis zu 30.000 blau-gelb geschminkte Fußballanhänger werden erwartet. 10.000 davon dürften ohne Match-Ticket in Österreich erscheinen. Auch rund 10.000 Griechen und etwa 9.000 Spanier sollen zu den Spielorten fahren, gut zwei Drittel davon werden eine Eintrittskarte zum Stadion haben. Die 6.000 erwarteten russischen Fans dürften alle über ein Ticket verfügen. "Wir haben keine wie immer gearteten Hinweise auf Störungen", betonte Marek. Alle bisherigen, gut gemeinten Informationen bezüglich gewaltbereiter Fans hätten sich bis dato als nicht richtig herausgestellt.
(apa/red)
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