Erstes Tor seit Oktober 2005 für Inter-Star: Ibrahimovic beendet Team-Ladehemmung
- Bosnischer Verband lehnt ihn nach Probetraining ab
- Oft an der Grenze zwischen Genie und Wahnsinn

Zlatan Ibrahimovic hat seine Ladehemmung im schwedischen Team zur rechten Zeit überwunden. Mit seinem tollen Weitschuss-Treffer im EM-Auftaktspiel der Gelb-Blauen gegen Titelverteidiger Griechenland in der 67. Minute leitete der bald bestbezahlte Fußballer der Welt den 2:0-(0:0)-Sieg der Skandinavier ein. Vier Minuten später verließ der 26-jährige Stürmer unter dem Jubel der Schweden-Fans das Feld im EURO-Stadion Wals-Siezenheim.
Der Inter-Superstar, der von den Mailändern künftig zwölf Millionen Euro Jahresgage - netto wohlgemerkt - kassieren soll, traf damit erstmals seit dem 12. Oktober 2005, als er beim 3:1-WM-Quali-Sieg in Stockholm über Island den 1:1-Ausgleich erzielt hatte. Während er für den italienischen Serienmeister in der abgelaufenen Saison alleine in der Serie A 17 Mal eingenetzt hatte, durfte er zuletzt im Team in zwölf Spielen en suite bzw. mehr als zweieinhalb Jahre nicht über einen eigenen Treffer jubeln.
Aber eigentlich wollte der Sohn eines bosnischen Vaters und einer kroatischen Mutter seine Tore für ein anderes Nationalteam erzielen. Dass es am Ende doch sein Geburtsland wurde, hat "Sverige" der Tatsache zu verdanken, dass ihn der bosnische Verband nach einem Probetraining abgelehnt hatte. Deshalb gab "Ibra" am 31. Jänner 2001 in Växjö beim blamablen 0:0 gegen die Färöer sein Debüt für die schwedische Nationalelf.
Zwei Meistertitel mit Inter Mailand
Seinen Durchbruch schaffte der Exzentriker, der sich u.a. einmal in seiner Heimatstadt Malmö als Polizist ausgegeben und im Rotlichtviertel einen vermeintlichen Freier festgenommen hatte, während seiner Zeit bei Ajax Amsterdam (2001 bis 2004), wo er sich den Ruf als "Torfabrik" (48 Tore in 109 Pflichtspielen) erwarb. Seine nächste Station war Italiens Rekordmeister Juventus Turin, den er im Sommer 2006 nach dem Zwangsabstieg wegen des Manipulationsskandals ("Calciopoli") Richtung Mailand verließ, wo er Inter zu zwei Titeln schoss.
Auf dem Feld schwankt Ibrahimovic zwischen Genie und Wahnsinn, wie sein "Elferraub" am 6. September 2003 im EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino (5:0) beweist. Damals hatte sich der 1,92 m große Hüne geweigert, den Ball dem als Penaltyschützen vorgesehenen Kim Kallström zu geben. Stattdessen verwandelte Ibrahimovic, der mit dem ehemaligen schwedischen Model Helena Seger liiert ist und Vater eines einjährigen Sohnes ist, selbst den Elfer. Seine Mitspieler verzichteten anschließend demonstrativ auf den Torjubel.
(apa/red)
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