10.6.2008 20:25

Valencia-Stürmer bringt Tivoli zum Kochen:
"Villa Maravilla" mit Triple-Pack im 1. Spiel

  • Angreifer ist bei englischen Top-Teams heiß begehrt
  • Einsatz war wegen Oberschenkelverletzung fraglich

Er war bis vor wenigen Tagen das Sorgenkind von Spaniens Teamchef Luis Aragones gewesen, durch einen hartnäckigen Bluterguss im Oberschenkel war sein Einsatz im Auftaktspiel der Spanier in Gruppe D bei der EURO 2008 gegen Russland gefährdet. Während den 90 Minuten erinnerte aber nichts mehr an die Zweifel. David Villa wurde im Innsbrucker Tivoli mit einem Triple-Pack beim 4:1-(2:0)-Sieg zum Matchwinner und (wie könnte es anders sein) auch zum "besten Spieler des Matches" erkoren. Er hält nun bei 17 Toren in 32 Länderspielen.

Für den ersten Treffer bedurfte es noch keiner hohen Fußballkunst, der 26-Jährige Valancia-Stürmer brauchte den Ball nur noch ins leere Tor zu schießen, nachdem "El Nino" Fernando Torres den russischen Verteidiger Igor Kolodin förmlich wie ein Wirbelwind aus den Angeln gehoben und den Ball ideal serviert hatte.

In der 44. Minute war es dann Andres Iniesta, der Villa ideal ins Loch schickte, und der schob den Ball an Igor Akinfejew vorbei zum 2:0 ins Netz. Und in der 75. Minute ließ er Schirokow im Strafraum aussteigen, um endgültig zum Helden des Abends zu werden: 3:0. Dass er auch beim 4:1 durch Fabregeas in der 90. Minute seine Beine als Vorbereiter im Spiel hatte, war da nur noch eine Draufgabe. Da hatte er die spanischen Fans im Tivoli bereits zum Kochen gebracht.

Brilliantes Sturm-Duo mit Torres
Dass er - soferne sie zur Verfügung stehen - derzeit gerne auf das Sturm-Duo Torres und Villa zurückgreift, darüber hatte auch Aragones vor dem Spiel keinen Zweifel gelassen: "Sie haben Qualität, sind beide sehr schnell und torgefährlich. Es ist schwer vorstellbar, dass Spanien aus einem Spiel geht, ohne ein Tor erzielt zu haben." In diesem Fall hatte der "Weise von Hortaleza" recht gehabt.

Auch wenn Torres die Verteidigung der Truppe von Guus Hiddink anfangs um einen Zack mehr in Unruhe versetzte, war es letztlich aber eben Villa, der die spanischen Fans im Tivoli-Stadion zum Rasen brachte.

Dieser hatte seine Karriere bei Sporting Gijon begonnen, eher er 2003 zu Real Saragossa wechselte. Gleich in seiner ersten Saison 2003/2004 schoss er für Saragossa in 38 Spielen 17 Tore und gewann mit seiner Mannschaft das Cupfinale 2004 in Barcelona mit 3:2 nach Verlängerung gegen Real Madrid. Dabei war er selbst in der regulären Spielzeit als Torschütze erfolgreich.

Treffer gegen die Austria
Die zweite Saison für Saragossa verlief ähnlich (35 Spiele/15 Tore). Auch im UEFA-Cup erzielte er drei Treffer, einen davon beim 2:2-Heimremis gegen die Wiener Austria. Dennoch schieden die Spanier mit einem Gesamtscore von 3:3 aus.

Im Sommer 2005 wechselte Villa für 12 Mio. Euro zu Valencia, wo er 2005/2006 mit 24 Toren Zweiter der Torschützenliste wurde. An sich wurde sein Vertrag zwar bereits bis 2013 verlängert, doch gibt es immer wieder Gerüchte, dass Vereine aus der Premier League (Chelsea ist ein heißer Tipp) nach dem 26-Jährigen angeln.

Seine drei Treffer gegen Russland werden derartige Spekulationen in den spanischen Sportzeitungen weiter anheizen. Wer weiß daher schon, wie lange die Valencia-Fans noch "Villa Maravilla" (Villa, das Wunder") in ihrem "Mestalla-Stadion" bestaunen werden können? (apa/red)

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10.6.2008 20:25
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