Buffon freut sich auf Duell mit Frankreich:
Italiens Torhüter vor Endspiel optimistisch
- Wiederholung des WM-Finales von 2006 entscheidend
- Hoffnung auf korrekte Niederlande-Rumänien-Partie

·Remis könnte Italien zum Aufstieg reichen
Viel Rechen-Arithmetik
in der "Todesgruppe" C
·"Bella Italia" trauert und hofft zugleich
Zwei verlorene Punkte schmerzen die "Azzurri"
·Franzosen lecken ihre tiefen Wunden
Niederlage für Frankreich eine historische Pleite
Dem Tormann Gianluigi Buffon hat es Italiens Mannschaft zu verdanken, dass sie bei dieser Europameisterschaft überhaupt noch im Rennen ist. Seine Glanztat in der 81. Minute gegen Rumänien, als er im Elferduell gegen Adrian Mutu siegreich geblieben war, macht das Treffen mit Frankreich auch für den Weltmeister zum Entscheidungsspiel und nicht nur zu einer Art überwiegend freundschaftlicher WM-Revanche.
"Ich habe kaum abwarten können, dass endlich gehöriger Druck auf unsere Mannschaft kommt, freue mich noch mehr auf so ein bedeutendes Spiel", sagte der souverän und ausführlich alle Fragen beantwortende Juventus-Torhüter. "Unser Job ist sehr gut bezahlt, das ist es auch schön, wenn man solche Spiele hat, alles oder nichts, bleibt man drinnen oder fliegt man raus. Das ist für mich sehr motivierend", behauptete der 30-Jährige.
"Es wird ein Spiel, in dem es nur einen Sieger gibt", so Buffon. Was im Berliner WM-Finale (Zidane - Materazzi) passiert sei, zähle in diesem Fall wenig. "Wir haben uns nach dem 0:3 gegen die Holländer im Match mit den Rumänen gesteigert, etliche Chancen gehabt und bis zur letzten Minute um den Sieg gekämpft", meinte der 84-fache Internationale und gibt sich für Dienstag recht optimistisch.
Buffon hofft auf korrekte Partie zwischen Holland und Rumänien
Dass es in Zürich auch zwei Verlierer geben könnte, falls die Rumänen die lachenden Dritten als Gruppenzweite hinter den Niederlanden sind, daran will Buffon nicht denken. "Wir müssen uns voll auf Frankreich und nicht auf das andere Match konzentrieren und alles dafür tun, dass wir gewinnen. Ich habe die Hoffnung, dass die Partie Holland gegen Rumänien korrekt abläuft", sagte der Mann aus der Marmorstadt Carrara. Im italienischen Blätterwald rauscht es ja gewaltig mit Hinweisen darauf, dass die bereits qualifizierten Niederländer die Partie mit den Rumänien auf die leichte Schulter nehmen könnten, denn bei einem Sieg der Osteuropäer wären ja diese fix im Viertelfinale.
Die Meinung, dass die Oranjes mit dem K.o. für Italien und Frankreich ein mögliches Wiedersehen mit einem dieser Giganten im Halbfinale vermeiden wollten und die Partie mit den Rumänen daher entsprechend leicht nähmen, teilt Buffon nicht. "Im Gegenteil, nach dem 3:0 gegen uns und dem 4:1 gegen die Franzosen, würden die ja gegen uns voll Selbstvertrauen strotzen. Und dass sie am Dienstag ohne jeden Druck spielen können, kann ja auch ein Vorteil sein", meinte Gigi, der selbst gerne ein Halbfinalduell mit den Niederländern hätte. "Dann haben wir die Chance, die 0:3-Schlappe vergessen zu machen."
Ein guter Schiedsrichter für Erfolg notwendig
Aber vorher muss erst Frankreich ("Die hätten wohl auch nicht damit gerechnet, dass sie nach zwei Spielen nur einen Punkt haben") bezwungen und auf die Mitwirkung der Niederländer gehofft werden. Diese hätten sowohl gegen die Squadra als auch gegen die Equipe neben einer starken Leistung auch Glück gehabt. Im übrigen hofft Buffon auf einen guten Referee, der auf das geringste Detail aufpasst, "nachdem wir zweimal benachteiligt wurden".
Buffon, der sich nach der Auftakt-Schlappe bei den italienischen Tifosi entschuldigt hatte, glaubt, dass diese auch bei einem Ausscheiden weiterhin zur Squadra - vorausgesetzt sie kämpft bis zur letzten Minute und schlägt Frankreich - stehen werde. "Wir haben immerhin vor zwei Jahren den WM-Titel geholt und nach mäßigem Start eine gute EM-Qualifikation gespielt", so Buffon. Ein Erfolg wäre auch eine Hilfe für Roberto Donadoni, würde die Situation des nun stark in der Kritik stehenden Commissario Tecnico verbessern. "Er ist wichtig für die Mannschaft und für die Kontinuität."
(apa/red)
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