16.6.2008 10:03

Entscheidungs-Spiel gegen Österreich in
Wien: DFB rechnet mit Viertelfinal-Einzug

  • Remis reicht zum Aufstieg. Respekt vor Österreich
  • 'Erwarten Gegner, der bis in Haarspitzen motiviert ist'

Deutschlands Nationalteam geht als großer Favorit in das Entscheidungsspiel der Gruppe B gegen Österreich heute (20.45 Uhr LIVE auf news.at) in Wien. Die DFB-Auswahl hat von bisher 34 Duellen 20 gewonnen. Nicht nur deshalb ist der dreifache Europameister vom Aufstieg, für den bereits ein Remis reicht, überzeugt.

Nach dem souveränen 2:0-Auftaktsieg gegen Polen rechneten Michael Ballack und Co. schon fix mit dem Viertelfinale, eine blamable Vorstellung gegen Kroatien weckte aber nochmals Erinnerungen an die Jahre 2000 und 2004, wo bei den Endrunden jeweils schon nach der Gruppenphase das Aus kam.

"Wird ein ganz heißer Tanz"
Dazu jährt sich der legendäre 3:2-Erfolg von Österreich über Deutschland im Juni 1978 in Cordoba - einer von nur acht Triumphen der ÖFB-Elf gegen den Nachbarn - ausgerechnet heuer zum 30. Mal. "Wir wissen, wie groß die Rivalität zwischen beiden Teams ist und vor allen Dingen in Wien wird das ein ganz heißer Tanz", sagte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff.

Trotzdem sind sich die Deutschen der eigenen Stärken bewusst, rechnen fix mit dem Viertelfinaleinzug. "Unsere Mannschaft wird dagegenhalten und anders auftreten als gegen Kroatien. Das kann ich versprechen", betonte Teamchef Joachim Löw. "Wir sind stark genug es zu schaffen, wir werden ins Viertelfinale einziehen", versicherte der Bundestrainer. Und Assistenztrainer Hansi Flick fügte hinzu: "Wir schauen auf die Qualität, die in der Mannschaft steckt. Wenn wir die auf den Platz bringen können, gibt's nur einen Sieger und das sind wir."

Auf die leichte Schulter werden die Österreicher, die auch im Vorfeld der Partie überraschenderweise von den deutschen Medien als ernstzunehmender Gegner eingestuft wurden, aber sicher nicht genommen. "Wir wissen, dass die Österreicher um ihr Leben rennen werden, für sie ist es eine einmalige Chance. Und sie haben in ihren beiden Spielen in der Offensive durchaus ihre Qualitäten gezeigt", erwähnte Löw.

Standardsituationen Eckpunkt
Wichtig für den Erfolg wird auch sein, dass die DFB-Elf entschlossener in die Standardsituationen reingeht. "Da haben die Österreicher ihre Stärke, im Kopfballspiel", betonte Flick. Auch der 3:0-Erfolg im Freundschaftsspiel im Februar, bei dem die Österreicher eine Hälfte lang das Spiel dominiert hatten, wird von den Deutschen nicht überbewertet.

"Das Spiel hat gezeigt, welche Stärke Österreich besitzt. Wir lassen uns von dem 3:0-Sieg nicht blenden", sagte der 43-Jährige. Die ÖFB-Elf habe zudem gegen die Niederlande drei Treffer erzielt. "Sie sind hellwach, haben auch bei der EURO gleich Chancen erspielt. Wir erwarten einen Gegner, der bis in die Haaresspitzen motiviert ist und uns alles abverlangen wird", fügte Flick hinzu.

In der eigenen Mannschaft dürfe man nicht den Fehler machen, alles auf Starspieler Ballack zu fokussieren. "Den Kroaten ist es etwa gut gelungen Michael zuzustellen, so dass er seine Stärken nicht entfalten konnte", wies Löw hin. Bezüglich der Aufstellung wollte sich der Bundestrainer erst am Spieltag endgültig festlegen. "Ich habe mir Gedanken gemacht, neue Leute zu bringen, die Akzente setzen können", sagte der 48-Jährige. Und Flick merkte an: "Es ist unwichtig, wie die Positionen besetzt sind, sondern wichtig, wie wir in die Spiele reingehen."

Umstellungen erwartet
Zu erwarten ist, dass mit Thomas Hitzlsperger (linkes Mittelfeld) und Tim Borowski (rechtes Mittelfeld) zwei neue Spieler in die Mannschaft rücken. Mit Arne Friedrich darf sich auch noch ein dritter Reservist Hoffnungen auf einen Platz in der Startelf (Innenverteidigung oder rechte Abwehrseite) machen. "Er ist sehr flexibel einsetzbar", wies Flick hin.

Dreifachtorschütze Lukas Podolski dürfte diesmal wieder an vorderster Front neben Miroslav Klose (Flick: "Miro ist einer, der sehr professionell ist, der die Spieler motiviert und ihnen auch Tipps gibt") zum Einsatz kommen. In der Abwehr werden Fixposten Philipp Lahm (links für den an einer Schulterzerrung laborierenden Marcell Jansen) und der vom Mittelfeld zurückgezogene Clemens Fritz wohl neben dem Stamminnenverteidigerduo Mertesacker/Metzelder die Außenpositionen bekleiden. "Wir brauchen körperlich und läuferisch eine hundertprozentige Einstellung", betonte Löw.

Trotz der für die DFB-Auswahl bereits gegessenen Kroatien-Niederlage ist die Stimmung in der Mannschaft, die sich zusammengesetzt und gute Gespräche geführt hat, jedenfalls sehr gut. "Die Spieler sind heiß auf das Spiel. Wir haben gestern ein intensives Training gemacht, die Mannschaft hat mitgezogen, wir schauen daher zuversichtlich auf das Spiel", sagte Flick. Die Deutschen, die mit einem Charter-Flugzeug von Lugano nach Wien reisten und ihr Abschlusstraining im Ernst Happel Stadion absolvierten, können auch auf eine besondere Statistik bauen. Bei EM-Endrunden trafen sie viermal auf den Gastgeber und blieben immer erfolgreich.


Mögliche Aufstellungen Österreich - Deutschland
(Wien, Ernst-Happel-Stadion, SR Manuel Mejuto Gonzalez/ESP)

Österreich: 21 Macho - 17 Hiden, 3 Stranzl, 4 Pogatetz - 14 Garics, 6 Aufhauser, 10 Ivanschitz, 19 Säumel, 5 Fuchs - 20 Harnik, 9 Linz

Ersatz: 1 Manninger, 23 Özcan - 12 Gercaliu, 13 Katzer, 16 Patocka, 2 Standfest, 8 Leitgeb, 11 Korkmaz, 7 Vastic, 18 Kienast, 22 Hoffer

Es fehlt: 15 Prödl (gesperrt)

Deutschland: 1 Lehmann - 4 Fritz, 17 Mertesacker, 21 Metzelder, 16 Lahm - 18 Borowski, 8 Frings, 13 Ballack, 15 Hitzlsperger - 11 Klose, 20 Podolski

Ersatz: 12 Enke, 23 Adler - 2 Jansen, 3 Friedrich, 5 Westermann, 6 Rolfes, 9 Gomez, 10 Neuville, 14 Trochowski, 19 Odonkor, 22 Kuranyi

Fraglich: 2 Jansen (Zerrung in der Schulter)

Es fehlt: 7 Schweinsteiger (gesperrt)

(apa/red)

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16.6.2008 10:03
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