Polen schwört sich auf ein EM-Wunder ein:
Gegen Kroatien Hilfe höherer Mächte erbeten
- Teamchef Beenhakker wird auf Offensivkräfte setzen
- Für Polen-Aufstieg müsste ÖFB Schützenhilfe leisten

·Bereits qualifizierte Kroaten gegen Polen
"Wir werden ehrenhaft spielen", sagt Coach Bilic
·"Aufstellungspoker ist Sache von Bilic"
Polen denken nur noch an
Partie gegen Kroatien
Polen beschwört vor der entscheidenden und abschießenden Gruppenpartie gegen Kroatien höhere Mächte. Schützenhilfe von Österreich vorausgesetzt, könnte der EM-Debütant nur mit einem klaren Erfolg gegen die bereits als Sieger der Gruppe B feststehenden Kroaten heute Abend (20.45 Uhr/live auf news.at) den Sprung in die Riege der besten acht Teams schaffen. "Wir brauchen ein Wunder und müssen dafür beten", meinte Verteidiger Michal Zewlakow zu der "Eins-zu-einer-Million-Chance".
Dass Polen gegen Kroatiens zweite Garnitur im Wörthersee-Stadion in Klagenfurt nicht nur auf Hilfe von oben hoffen darf, ist im Lager der "Kadra" trotzdem jedem klar. Nach nur einem Treffer in den zwei ersten Partien soll im ersten Bewerbspiel gegen die Ex-Jugoslawen der Mut zur Offensive belohnt werden. "Es ist klar, dass wir offensiver spielen müssen. Wir müssen mehr in den Strafraum kommen, dürfen nicht zu viel taktieren", meinte Mittelfeldstratege Mariusz Lewandowski.
Polen zeigt sich angriffslustig
Es darf davon ausgegangen werden, dass Teamchef Leo Beenhakker seine Mannschaft mit einem flexiblen 4-3-3-System in das Spiel entlässt. "Es versteht sich, dass wir eine angriffslustige Formation aufs Feld schicken werden, weil wir gegen Kroatien ein paar Tore brauchen werden", ließ der Niederländer keine Zweifel an der Marschrichtung offen. Der Trainer-Altmeister ("Wir glauben noch immer an den Aufstieg"), der nach dem 1:1 gegen Österreich noch resignativ gewirkt hatte, schwor seine Schützlinge auf einen Sieg ein. Abhängig vom zeitgleichen Aufeinandertreffen zwischen Österreich und Deutschland sitze man aber trotzdem im "Warteraum".
"Das ist eine schlechte Situation, aber wir können das nicht ändern", meinte der 65-Jährige, der sein Gegenüber auf der kroatischen Kommandobrücke, Slaven Bilic, lobte: "Ich habe immer gesagt, dass sie fantastische Spieler haben. Bilic macht einen hervorragenden Job, er konstruiert ein richtiges Team. Man weiß, dass kroatische Spieler gerne etwas eigensinnig spielen. Das ist nicht schlecht, aber auf diesem Level muss jeder mit jedem spielen".
Kroatien könnte einige Stars schonen
Viel wird nach Meinung der Polen davon abhängen, ob sich Kroatien wie beim erkämpften 1:0 gegen die Österreicher, oder beim überraschend souveränen 2:1 gegen Deutschland präsentiert. "Ich könnte meinen Freund Bilic anrufen und ihn fragen, ob er seine Schwiegermutter im Sturm aufstellt", scherzte Beenhakker im Vorfeld der Partie.
Dem konnte Kroatiens Coach ("Ich bin geschieden") zwar nicht nachkommen, einige geschonte Stammspieler werden gegen Polen aber nicht einlaufen - für Zewlakow kein gravierender Vorteil: "Auch die werden ihren Wert zeigen, und ihren Trainer beeindrucken wollen". Beim letzten freundschaftlichen Vergleich zwischen den beiden Teams siegte Polen 2006 in Wolfsburg durch ein Smolarek-Tor 1:0.
Polens Lazarett lichtet sich
Die personelle Situation im polnischen Lager scheint nach zahlreichen Verletzungssorgen seit Beginn der EURO nun entspannter. Bis auf Maciej Zurawski (Oberschenkel), dessen Kapitänsschleife wieder der Austrianer Jacek Bak übernehmen wird, sind alle Akteure fit. Auch der zuletzt angeschlagene Lukasz Piszczek absolvierte die kurzfristig einberufene, vielleicht letzte Trainingseinheit in Bad Waltersdorf mit der Mannschaft. Sorgen bereiten Beenhakker aber die schwache Form von Leistungsträgern wie Ebi Smolarek oder Jacek Krzynowek.
Unabhängig von der eigenen Leistung schielt man im Lager der Rot-Weißen natürlich mit einem Auge nach Wien. "Ich traue Österreich einen Sieg zu", versprühte Krzynowek Zwangsoptimismus. Dem Wolfsburg-Legionär ist es egal, ob im Stadion der Spielstand durchgesagt wird. "Wir wissen, dass wir gewinnen müssen."
Mögliche Aufstellungen Polen - Kroatien
(Klagenfurt, Wörthersee-Stadion, 20.45 Uhr/live auf news.at, Schiedsrichter Kyros Vassaras/Griechenland)
Polen: 1 Boruc - 13 Wasilewski, 14 Zewlakow, 6 Bak, 4 Golanski - 5 Dudka, 18 Lewandowski, 8 Krzynowek - 17 Lobodzinski, 7 Smolarek, 20 Roger Guerreiro
Ersatz: 22 Fabianski, 12 Kowalewski - 2 Jop, 3 Wawrzyniak, 10 Gargula, 11 Saganowski, 15 Paznan, 16 Piszczek, 19 Murawski, 21 Zahorski, 23 Kokosza
Es fehlt: 9 Zurawski (Oberschenkel)
Kroatien: 1 Pletikosa - 2 Simic, 6 Vejic, 15 Knezevic, 22 Pranjic - 16 Leko, 13 Pokrivac, 8 Vukojevic, 7 Rakitic - 21 Petric, 17 Klasnic
Ersatz: 23 Runje, 12 Galinovic - 5 Corluka, 4 R. Kovac, 3 Simunic, 10 N. Kovac, 19 Kranjcar, 18 Olic, 9 Kalinic
Es fehlen: 11 Srna, 14 Modric, 20 Budan (alle geschont)
(apa/red)
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