Polen hat Frustbewältigung abgeschossen:
Nur noch mit dem Kroatien-Spiel beschäftigt
- Beenhakker: "Aufstellungspoker ist Sache von Bilic"
- "Wir waren sehr enttäuscht, aber das ist normal"

·Bereits qualifizierte Kroaten gegen Polen
"Wir werden ehrenhaft spielen", sagt Coach Bilic
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·Kroaten überwinden schwache Deutsche
Podolskis Anschluss-
treffer zum 2:1 zu spät
Polens Fußball-Teamchef Leo Beenhakker hat sich unbeeindruckt darüber gezeigt, dass die kroatische Mannschaft im heutigen abschließenden Spiel der Gruppe B bei weitem nicht mehr in stärkster Besetzung einlaufen wird. "Ich weiß nichts, habe nichts davon gehört. Das ist eine Sache von Bilic. Fragt ihn und nicht mich", antwortete der Niederländer auf diesbezügliche Fragen. "Ich bin sicher, dass es elf kroatische Spieler sein werden."
Nachdem beim EM-Debütanten nach dem 1:1 gegen Österreich noch Frustbewältigung angesagt war, schien der 65-jährige Trainer wieder deutlich erholter und damit auch motivierter. "Wir wissen, dass wir nur drei Tage haben um weiterzumachen. Den Tag gestern haben wir benutzt, um etwas Freizeit zu geben und an andere Dinge zu denken. Aber ab heute früh sind wir nur mehr mit dem kommenden Spiel beschäftigt. Das ist normal", meinte Beenhakker.
Die Chance, mit dem ersten Sieg im Rahmen einer EM-Endrunde gegen den bereits fix im Viertelfinale stehenden Gruppensieger aus Kroatien den Aufstieg zu fixieren, sei "sehr klein". "Das einzige, was wir machen können ist, das Spiel gegen Kroatien zu gewinnen. Und im gleichen Moment sind wir im Warteraum. Das ist eine schlechte Situation, aber wir können das nicht ändern", meinte Beenhakker. Nur bei einem hohen Sieg bei einem gleichzeitigen nur niedrigem Erfolg der Österreicher gegen die Deutschen wären die Polen weiter.
Bis auf die verletzten Lukasz Piszczek und Maciej Zurawski stehen im Lager der "Kadra" alle Spieler zur Verfügung hat. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft sei nach seiner Einschätzung wieder in Ordnung: "Wir waren sehr, sehr enttäuscht, aber das ist normal. Auch das französische Team wird heute enttäuscht sein".
Offensichtlich bleibt jedoch, dass Polen die schlechten Formkurven einiger Schlüsselspieler zu schaffen macht. Was aus österreichischer Sicht als gutes Zeichen zu werten ist, bereitet Beenhakker natürlich Kopfzerbrechen. "Es ist ein Problem, dass einige Spieler nicht das zeigen, was sie könnten", urteilte der Coach. "Wenn bei Deutschland Ballack nicht perfekt spielt, dann übernimmt Frings und kompensiert das. Wenn Deco schlecht spielt, dann übernimmt Ronaldo. In unserem Team spielen momentan aber zwei oder drei Schlüsselspieler nur 70, 80 Prozent."
Wer gemeint ist, ließ Beenhakker offen. Klar sichtbar war aber sowohl gegen Deutschland (0:2), als auch Österreich (1:1), dass vor allem die Offensivspieler Ebi Smolarek und Jacek Krzynowek derzeit nicht unbedingt in bester Verfassung zu sein scheinen.
Dass der deutschen Mannschaft, der gegen Österreich bereits ein Punkt zum Viertelfinal-Einzug reicht, als klarer Favorit ins Spiel gegen den Gastgeber geht, wollte Beenhakker nicht so stehen lassen. "Das ist im Fußball schwer zu sagen. Vor diesem Turnier hat jeder über Italien und Frankreich gesprochen und man sieht jetzt, wo sie stehen. Wo ist die Logik im Fußball?", fragte er - ehe er im von Verteidiger Michal Zewlakow chauffierten Kombi abbrauste.
(apa/red)
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