Türkeis Imperator Fatih Terim im Glück:
"Für uns hat die EURO erst jetzt begonnen"
- Türkei-Coach bewies bei 2:1 goldenes Händchen
- Kein Mitleid bei Altintop für gescheiterte Schweizer

·Türken siegen in der großen Regenschlacht
Arda Turan trifft zum
2:1 in der Nachspielzeit
·"Vielleicht hat uns Erfahrung gefehlt"
Schweiz sucht nach den Ursachen fürs Scheitern
·Reaktionen auf das Match Türkei - Schweiz
"Die erste Halbzeit
war ein Glücksspiel"
·Schweizer Tragödie beim Sintflut-Spiel
BILDER: Impressionen von Schweiz - Türkei
Der türkischen Nationalmannschaft ist in Basel die perfekte sportliche Revanche an der Schweiz gelungen. Rund 31 Monate nach dem Skandalmatch von Istanbul und dem Aus in der WM-Qualifikation 2006 gegen die Schweizer haben die Türken den EM-Traum der "Nati" im eigenen Land zerstört. Und zwar auf die brutalstmögliche Art und Weise, nämlich mit dem 2:1-Siegestreffer durch einen abgefälschten Schuss von Arda Turan in der Nachspielzeit.
"Es ist ein wunderbares Gefühl", freute sich Teamchef Fatih Terim. "Das haben die Spieler für ihr Selbstvertrauen gebraucht. Ich gratuliere ihnen für ihre Anstrengungen. Diese drei Punkte geben uns viel Hoffnung, wir sind noch immer im Turnier. Die EM hat für uns erst jetzt richtig begonnen", erklärte Terim nach dem glücklichen Ende für sein Team. Die Schweizer in ihrer Heimat zu besiegen, seit laut Terim alles andere als leicht gewesen.
Die tausenden Türken im Stadion, in der restlichen Schweiz und in ganz Europa machten daraufhin die Nacht zum Tag und feierten gewohnt fanatisch den Erfolg im St. Jakob-Park, der ihnen in Gruppe A alle Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale lässt. Das Entscheidungsmatch gegen den direkten Konkurrenten Tschechien, der ebenfalls drei Punkte auf dem Konto hat, steigt am Sonntag um 20.45 Uhr in Genf.
Der rund 30-minütige ausgiebige Regenguss über Basel, der die Partie sogar in die Nähe eines Abbruchs brachte, war den Türken zunächst alles andere als gut bekommen. Die Schweizer kamen mit den extremen Begebenheiten weitaus besser zurecht und gingen durch den türkischstämmigen Hakan Yakin verdient in Führung. Weitere Schweizer Treffer hätten durchaus folgen können.
"Wenn ich Semih einwechsle, trifft er auch"
"In der Pause habe ich ein kleines Gebet gesprochen, dass der Regen aufhören soll", berichtete Terim. Und es half, denn der Regen hörte auf und nach der Pause drehten die Türken auf, glichen zunächst per Kopf durch Semih Senturk aus. Den Torschützenkönig der türkischen Liga hatte Terim in der Pause eingewechselt. "Semih ist einer unserer wichtigsten Spieler. Immer, wenn ich ihn einwechsle, dann trifft er auch. Ich habe ein Tor von ihm erwartet und er hat mich nicht enttäuscht", zeigte sich Terim stolz über sein Trainerhändchen.
Und als bereits fast alle mit einem Remis gerechnet hatten, fälschte Schweiz-Verteidiger Müller einen Arda-Schuss unhaltbar für seinen Goalie Diego Benaglio ab. Über den Goldtorschützen, der zum Spieler des Spiels gewählt wurde, meinte der Teamchef: "Turan ist gerade in die erste Mannschaft von Galatasaray gekommen, als ich dort Trainer war. Er ist einer meiner Schüler. Wenn er es schafft, seine Ausdauer zu verbessern, kann er einer der ganz großen Spieler in Europa werden."
Das Mitgefühl der Türken für die Schweizer hielt sich nach Schlusspfiff in Grenzen. "Ich habe kein Mitleid mit den Schweizern. So ist es im Sport, es muss immer einen Verlierer geben. Dass der Gastgeber so früh ausscheidet, ist aber natürlich schon traurig", erklärte Deutschland-Legionär Hamit Altintop.
(apa/red)
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