Federer setzt Rasen-Erfolgsserie fort: 59. Finalsieg gegen Kohlschreiber in Halle
- Schweizer holt fünften Titel im 'deutschen Wimbledon'
- Nadal beendet Turnier in Queen's als großer Sieger

Der Tennis-Weltranglistenerste Roger Federer hat mit einem 6:3,6:4-Finalerfolg über den deutschen Lokalmatador Philipp Kohlschreiber zum fünften Mal das Rasenturnier in Halle in Westfalen gewonnen. Der Schweizer, der Wimbledon bereits fünfmal für sich entschied und das Spiel auf Rasen liebt, holte damit seinen insgesamt 59. Sieg in Serie auf diesem Belag und den 55. Turniersieg seiner Karriere. Über einen weiteren Erfolg darf sich auch Spaniens Rafael Nadal freuen: Er gewann in Queen's gegen Novak Djokovic.
Am vergangenen Wochenende hatte er im French-Open-Endspiel auf Sand gegen den Spanier Rafael Nadal noch eine empfindliche 1:6,3:6,0:6-Pleite bezogen. Federer war auch selbst erstaunt über seine Dominanz in der abgelaufenen Turnierwoche. "Die gesamte Woche lang habe ich meinen Aufschlag kein einziges Mal abgegeben, das ist mir noch nie gelungen. Das ist etwas ganz Spezielles", meinte der 26-Jährige.
"Es ist offen gesagt ein gutes Omen hier in Wimbledon, ähm, Halle zu gewinnen - Halle, das Wimbledon Deutschlands", sagte der Schweizer lachend. Sein Finalgegner Kohlschreiber schilderte nach dem Endspiel: "Es sieht immer so leicht aus, aber Roger spielt verdammt unangenehm."
Keine ernsthafte Gefahr
Im Finale zeigte sich der Deutsche selbstbewusst und hielt gut dagegen, doch ernsthaft in Gefahr brachte er Federer nie. Im ersten Satz nutzte der Weltranglistenführende sofort die erste Chance zum Break und servierte zum 6:3 aus. Das Break zum 4:3 im zweiten Durchgang war bereits gleichbedeutend mit der Entscheidung. Federer bestritt Halle als einziges Vorbereitungsturnier auf Wimbledon. Seine bisher letzte Niederlage hatte er 2002 in Wimbledon gegen den Kroaten Mario Ancic kassiert.
Dawydenko siegt in Warschau
In Warschau sicherte sich der Russe Nikolaj Dawydenko den Turniersieg durch ein 6:3,6:3 gegen Titelverteidiger Tommy Robredo aus Spanien. Dawydenko, die Nummer vier der Welt, gewann damit nach Miami und Pörtschach bereits seinen dritten Titel im Jahr 2008. "Jedes Game in dieser Partie war schwierig für mich", sagte der 27-Jährige.
Nadal gewinnt Gipfeltreffen vs. Djokovic
Der spanische Tennis-Weltranglistenzweite Rafael Nadal hat beim Finale des Rasenturniers in Queen's das "Gipfeltreffen" gegen die Nummer drei, Novak Djokovic aus Serbien, in zwei Sätzen für sich entschieden. Der 22-jährige Spanier siegte gegen "Nole" mit 7:6(6),7:5 und sicherte sich damit seinen ersten Titel im Queen's Club in London. Es war nicht nur der erste Rasen-Turniersieg Nadals, sondern zudem auch der erste für einen Spanier seit Andres Gimeno in Eastbourne 1972.
Nach einem 0:3-Rückstand im ersten Satz kam Nadal spektakulär zurück und sicherte sich den Durchgang im Tiebreak mit 8:6. Auch der zweite Satz ging in die Verlängerung, nur eine Woche vor dem Startschuss in Wimbledon holte sich "Sandplatzkönig" Nadal damit viel Selbstvertrauen für das Grand-Slam-Turnier, wo er seinen ersten Sieg anstrebt. 2006 und 2007 war er jeweils im Finale gescheitert.
Federer baut Vorsprung in Weltrangliste aus
Roger Federer hat in der Weltrangliste seinen Vorsprung auf French-Open-Sieger Rafael Nadal wieder leicht ausgebaut. Der Schweizer führt nun mit einem Polster von 1.145 Zählern auf den Spanier. Der rekonvaleszente Stefan Koubek bleibt als 74. weiter bester Österreicher.
Jürgen Melzer, diese Woche nach seinem Erstrundensieg weiter in Hertogenbosch im Einsatz, ist nun 82. Während die Talfahrt für Werner Eschauer (von 150 auf 178 zurückgefallen) weitergeht, pirschen sich Martin Slanar (212.) und Andreas Haider-Maurer (220.) in Richtung Top 200.
Bei den Damen rutschte Maria Scharapowa um einen weiteren Platz an die dritte Stelle zurück. Die Russin, die im Vorjahr in Birmingham im Halbfinale gestanden war, spielt heuer vor Wimbledon kein Rasenturnier. Österreichs Nummer eins, Sybille Bammer, verbesserte sich um einen Platz auf Position 27, Tamira Paszek verlor hingegen acht Ränge und ist nur noch 63.
(apa/red)
