Donnerstag, 12. Juni 2008

Boonen zeigt nach der Kokain-Affäre Reue:
Entschuldigt bei Familie, Freunden & Team

  • "Bin nicht perfekt und werde Konsequenzen tragen"
  • Ex-Weltmeister darf bei Tour de France nicht starten

Der des Kokain-Missbrauchs überführte belgische Radprofi Tom Boonen hat auf einer Pressekonferenz Reue gezeigt. "Ich bin nicht perfekt und werde die Konsequenzen tragen", sagte der 27-jährige Ex-Weltmeister. "Ich habe meiner Familie, meinen Freunden und meinem Team wehgetan, dafür möchte ich mich entschuldigen", verlas Boonen eine vorbereitete Stellungnahme.

Bei der Tour de France wird der Ex-Weltmeister nicht teilnehmen können. Tour-Direktor Christian Prudhomme verkündete, der belgische Sprintstar sei bei seiner Rundfahrt nicht willkommen: "Er ist ein großer Champion. Aber ein großer Champion hat auch die Verpflichtung, sich wie ein solcher zu verhalten", so der Tour-Direktor.

Auch bei der Tour de Suisse war der Spezialist für Eintages-Rennen zur unerwünschten Person erklärt worden. Prudhomme verwies nun auch auf die Vereinbarung, die der Tour-Veranstalter mit allen Mannschaften geschlossen hat. Boonen habe die Integrität der Tour de France und der von ihr verpflichteten Mannschaften geschädigt.

Strafrechtliche Konsequenzen drohen
Strafrechtliche Konsequenzen und eine Sperre drohen aber, wenn Boonen der Besitz größerer Mengen oder der Handel mit Kokain nachgewiesen wird. Im Dezember war Boonens Freund Tom Vanoppen mit Kokain erwischt worden. Im Verhör nannte der Querfeldein-Spezialist Boonen als seinen Dealer, was dieser später bestritt. Hausdurchsuchungen der belgischen Polizei bei Boonen und seiner Familie sollen ohne Ergebnis geblieben sein.

Trotz der "Affäre Boonen" konnte Patrick Lefevere, Teammanager von Quick Step, eine gute Nachricht verkünden. Nach längerer Ungewissheit hat der Hauptsponsor sein Engagement bei der Sportgruppe um drei Jahre verlängert. Und auch Tom Boonens Vertrag läuft drei Jahre weiter.

(apa/red)

12.6.2008 09:29