Ende der Eiszeit zwischen China - Taiwan:
Erstmals seit 60 Jahren wieder Direktflüge
- China kappte 1949 alle Verbindungen zum Inselstaat
- Erste Touristengruppe mitte Juli in Taiwan erwartet

·Erste Annäherungen von China und Taiwan
Einigung auf Einrichtung ständiger Vertretungen
·Die Chronologie
des Taiwan-Konflikts
1979 gab Washington Schutzgarantie für Insel
·US-Luftwaffen-Chef
muss den Hut nehmen
Taiwan erhielt Lieferung von Atomsprengzündern
·Taiwan: Kuomintang
ist im Präsidentenamt
Ma Ying-jeou: Beziehung zu Peking verbessern!
Die Erzrivalen China und Taiwan haben ein historisches Abkommen geschlossen, das erstmals seit fast 60 Jahren regelmäßige Direktflüge erlaubt. Vertreter beider Länder unterzeichneten am Freitag die Vereinbarung, nach der es künftig an den Wochenenden Charterflüge ohne Umwege geben soll. Beide Länder hatten am Donnerstag die ersten offiziellen Gespräche seit Jahrzehnten aufgenommen.
China betrachtet Taiwan seit 1949 als abtrünnige Provinz. Die Beziehungen entspannten sich, als im März in Taiwan ein China gegenüber freundlicher eingestellter Präsident gewählt wurde. Für Freitag waren Gespräche des taiwanesischen Chefunterhändlers mit Chinas Präsident Hu Jintao geplant. Bereits am Donnerstag wurde die Einrichtung ständiger Vertretungen vereinbart, die konsularische Funktionen übernehmen sollen.
Erste Maschine am 4. Juli
Medien in Taiwan berichteten, am 4. Juli solle die erste Maschine nach China starten. Zwei Wochen später werde die erste Reisegruppe aus China in Taiwan eintreffen. Hunderttausende Taiwaner, die in China leben und arbeiten, müssen bisher bei ihren Heimatreisen über Hongkong oder Macau fliegen. Taiwan will mit dem neuen Abkommen eine Million chinesische Touristen pro Jahr nach Taiwan locken - gegenwärtig sind es rund 80.000.
Das Abkommen gilt als bahnbrechend. Abgesehen von gelegentlichen Sonderflügen an Feiertagen gab es seit 1949 keine Direktverbindungen. Damals flüchteten sich die Nationalisten nach ihrer Niederlage gegen die Kommunisten vom chinesischen Festland auf die Insel.
Streitthemen ausgeklammert
Offiziell blieben politische Streitthemen bei den jüngsten Unterredungen ausgeklammert. Doch der taiwanesische Delegationsleiter brachte nach eigenen Angaben auch Fragen wie die Mitgliedschaft seines Landes in internationalen Organisationen zur Sprache.
Beide Seiten hatten seit 1999 nicht mehr miteinander gesprochen, weil die Regierung in Peking Kontakte mit dem damaligen Präsidenten Taiwans ablehnte. Dieser hatte eine vollständige Unabhängigkeit Taiwans propagiert. Amtsinhaber Ma Ying-jeou versprach dagegen vor seinem überwältigenden Wahlsieg im April einen Aufschwung der heimischen Wirtschaft durch verbesserte Handelsbeziehungen mit China.
(apa/red)
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