Staatengemeinschaft hinter Afghanistan: Mehr Hilfe bei Geberkonferenz zugesagt
- Trotz Kritik am bisherigen Wiederaufbau des Landes
- Karzai: "Es liegt noch ein langer Weg vor uns"
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Trotz Kritik am bisherigen Wiederaufbau hat sich die internationale Staatengemeinschaft hinter die afghanische Regierung gestellt und dem Land eine verstärkte Hilfe zugesagt. Mehrere Länder erhöhten bei der Pariser Afghanistan-Konferenz ihre Unterstützung, allen voran die USA, die in den kommenden beiden Jahren 10,2 Milliarden Dollar (6,62 Mrd. Euro) bereitstellen wollen.
Zwei Jahre nach der Londoner Geberkonferenz zogen mehr als 60 Länder und 17 internationale Organisationen bei dem Pariser Treffen Zwischenbilanz des bisherigen Aufbaus. Neben Erfolgen, etwa beim Aufbau von Schulen und der Gesundheitsversorgung, wurden nun auch deutlich Defizite benannt. So verlangte UNO-Generalsekretär Ban von der Regierung in Kabul "aktive Maßnahmen" gegen die Korruption sowie mehr "Transparenz und gute Regierungsführung".
"Noch ein langer Weg vor uns
"Es liegt noch ein langer Weg vor uns", sagte Karzai im Hinblick auf die Sicherheitslage und den Wiederaufbau. Afghanistan sei ein Land, das "aus einer dunklen Vergangenheit" komme, und brauche weiter Unterstützung. Er warb für einen 50 Milliarden Dollar schweren Entwicklungsplan bis zum Jahr 2013. Schwerpunkte sind die Stärkung von Polizei und Armee, der Ausbau der Infrastruktur, des Bildungssektors und die Förderung der Landwirtschaft. Letzteres sei ein wichtiger Baustein, um den Drogenanbau zu bekämpfen, der Afghanistan inzwischen zum Lieferanten von über 90 Prozent des weltweit hergestellten Opiums macht.
Karzai bat die internationale Gemeinschaft um langfristige Hilfe und eine bessere Abstimmung mit der afghanischen Seite. "Derzeit gibt es parallele Strukturen, die den Aufbau afghanischer Institutionen behindern", betonte der Präsident. Die technische Zusammenarbeit solle dazu beitragen, Afghanen auszubilden und dürfe sich nicht in erster Linie auf ausländische Experten stützen. Nach afghanischen Angaben kommen etwa 40 Prozent der Hilfsgelder nicht im Land an. Karzai räumte ein, dass Afghanistan mehr für den Kampf gegen Korruption tun müsse.
Halbzeit des Afghanistan-Paktes
Die Konferenz kommt zur Halbzeit des 2006 geschlossenen "Afghanistan-Pakts" zur Entwicklung des Landes. Anfang 2006 hatten die Geber Kabul militärische Unterstützung sowie 10,5 Milliarden Dollar bis Ende 2010 zugesagt. Im Gegenzug verpflichtete sich Kabul zur Bekämpfung der Korruption und zur Auflösung aller illegalen Milizen.
(apa/red)
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