Ex-Kanzler Schüssel über rote Debatten: SPÖ-Obmannwechsel wäre 'äußerst seltsam'
- Gusenbauer hätte Partei schließlich den Sieg gebracht
- Tirol: Regierung bis 1. Juli wäre "schon sehr sinnvoll"

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ÖVP-Klubobmann Wolfgang Schüssel kann sich "nur schwer vorstellen", dass die SPÖ ihren Parteichef Alfred Gusenbauer absetzt: "Es wäre doch äußerst seltsam", wenn jene Partei, die bei der Nationalratswahl 2006 die Stimmenmehrheit errungen habe, ihren eigenen Chef und Kanzler "zum Rücktritt zwingt", sagte er in einem Radio-Interview.
Wie die ÖVP auf einen Wechsel der SPÖ-Spitze reagieren würde, sei ausschließlich Sache des VP-Obmanns Wilhelm Molterer, betonte Schüssel. Allerdings: "Alles hat Auswirkung, das ist ja keine Frage." Ziel müsse aber sein, "im Interesse der Bürger an den Arbeitsplatz" zurückzukehren. Spekulationen, die "niemandem etwas bringen", seien da nur schädlich. Er spreche aus eigener Erfahrung, betonte Schüssel für die ÖVP: "Wir haben das in Jahrzehnten auch praktiziert."
Tirol-Regierung bis 1. Juli
Für Tirol, wo die ÖVP bei den jüngsten Landtagswahlen deutliche Verluste eingefahren hatte, fände es Schüssel "schon sehr sinnvoll", wenn zur Landtags-Konstituierung am 1. Juli eine Regierung stünde. "Wenn eine solche Grundsatzentscheidung getroffen ist, sind Personalfragen z u lösen." Ob VP-Innenminister Günther Platter nach Tirol soll, "müssen die Tiroler entscheiden". Eine Ablöse des Tiroler SP-Chefs Herwig van Staa empfiehlt er aber zumindest indirekt: "Ich habe es so gehalten nach dem Wahlergebnis (bei der Nationalratswahl, Anm.) vor zwei Jahren. Ich führe die Verhandlungen, und dann trete ich in die zweite Reihe zurück. Und das hat sich auch sehr bewährt."
(apa/red)
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