Freitag, 13. Juni 2008

Wiener Kasse will auch bei Labors sparen:
Verträge mit Anbietern werden beendet

  • Krankenkasse verlangt Preisvorteil & Mengenrabatte
  • Pflicht der Kasse, günstige Bedingungen zu erwirken

Die finanziell angeschlagene Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) will nun auch bei den Labors einsparen. In einem Brief an die privatwirtschaftlich organisierten Labor-Institute fordert die WGKK nun Anbote ein, wie man zu einer effektiven Senkung der Ausgaben kommen könne. Die Kasse verlangt einen Preisvorteil und erwartet sich Mengenrabatte, weil sie große Mengen Leistungen von den Labors einkauft.

Neben zahlreichen medizinischen Labors, die unter der Schirmherrschaft der Ärztekammer arbeiten, hat die WGKK auch vier Labor-Institute, die bei der Wirtschaftskammer organisiert sind, unter Vertrag. An diese vier privatwirtschaftlich organisierten Institute ist nun ein Schreiben ergangen. Darin fordert die WGKK die Institute auf, verbindliche Angebote zu legen und stellt in Aussicht, mit dem für sie günstigsten Anbieter dann eine Vereinbarung abzuschließen. Die Vertragsverhältnisse mit den drei übrigen Anbietern behält sich die WGKK vor, "zum gegebenen Zeitpunkt zu beenden". Die Kasse ersucht in dem Schreiben auch um "Verständnis, dass die derzeitigen finanziellen Rahmenbedingungen keine andere Möglichkeit offen lassen.

Mit dieser Vorgangsweise nimmt die Kasse nicht nur die Institute in die Pflicht, sie erhöht damit indirekt auch den Druck auf die medizinischen Labors. WGKK-Direktor Jan Pazourek erklärte, es sei die Pflicht der Kasse, mit dem Geld der Versicherten sorgsam umzugehen und günstige Einkaufsbedingungen zu erwirken.

(apa/red)

13.6.2008 09:04