Querschüsse aus den eigenen Parteireihen:
Zilk spricht sich für Gusenbauer-Ablöse aus
- Alt-Bürgermeister: "Regierung wirkt wie Hühnerstall"
- Minister Faymann gesteht ebenfalls Parteikrise ein

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Der Wiener Alt-Bürgermeister Helmut Zilk hat sich für eine Ablöse von Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzendem Alfred Gusenbauer ausgesprochen. In einem Interview warf Zilk Gusenbauer Führungsschwäche vor. Ein Bundeskanzler müsse führen können, die Bundesregierung gleiche aber einem "Hühnerstall", in dem in alle Richtungen "gegackert" werde.
Zuvor hat sich Zilk bereits in einem Gastkommentar in der Mittwoch-Ausgabe der "Kronen-Zeitung" für einen Führungswechsel in der SPÖ ausgesprochen: "Die SPÖ wird einen oder eine finden müssen, der im wahrscheinlichsten Szenario für den Herbst - nämlich Neuwahlen - nicht untergeht. Der auf die Österreicher hört.
Faymann gesteht Krise ein
Infrastrukturminister Faymann gesteht eine Krise in der SPÖ ein. "Wenn man bei Landtagswahlen so viele Wähler verliert, dann ist das eine Krise", sagte Faymann. Einen Grund für die Probleme sieht der Verkehrsminister darin, dass die SPÖ den "Umstieg von der Opposition in die Regierung nie wirklich bewältigt" habe.
"Wir selbst streichen in jeder Diskussion den fehlenden oder nicht durchsetzbaren Teil einer Maßnahme so hervor, dass die Bevölkerung den Eindruck haben muss, da wird ständig gestritten, und die setzen nichts durch." Faymann forderte im "Standard" eine "ernsthafte Diskussion" ein, aber über Inhalte und nicht über Personen: "Wir müssen die inhaltliche Diskussion führen, ohne sie in eine Personaldiskussion zu verwandeln."
Steht voll hinter Gusenbauer
Dass Bundeskanzler Gusenbauer abgesetzt werden könnte, schloss der SPÖ-Regierungskoordinator aus. Dass Gusenbauer die Unzufriedenheit stärker trifft, ist für Faymann klar, weil er an der Spitze der Regierung steht. Gusenbauer habe aber schon oft gezeigt, dass er das bewältigen könne. Deshalb glaubt Faymann, dass er "auch diese und kommende sogenannte Krisen bewältigen wird. Ich stehe voll hinter ihm." Die Diskussion über die Spekulationen, dass er selbst Gusenbauer nachfolgen könnte, stört Faymann "grundsätzlich".
Rückendeckung von Missethon
Ungewohnte Rückendeckung erhält Gusenbauer unterdessen von ÖVP-Generalsekretär Missethon. In der "Kleinen Zeitung" meint Missethon, die SPÖ sollte "dem roten Treiben in den Ländern ein Ende setzen". Vom SPÖ-Präsidium am Montag erwartet der ÖVP-Generalsekretär, dass die SPÖ eine Hürde aufbauen werde, "über die Gusenbauer nicht springen kann."
(apa/red)
