Wahltriumph für Bobfahrer Dinkhauser: Von null auf 20 Prozent bei Tiroler Wahlen
- Landeshauptmann-Sessel bleibt aber schwieriges Ziel
- Tiroler war zuerst Berufssportler, dann AK-Präsident

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·Wahltriumph für Bobfahrer Dinkhauser
Erzielte aus dem Stand knapp 20% der Stimmen
Für den Ex-Präsidenten der Tiroler Arbeiterkammer, Fritz Dinkhauser, bedeutet sein Ergebnis bei dem Tiroler Landtagswahlen wohl den bisherigen Höhepunkt seiner politischen Karriere. Nach 17 Jahren an der Spitze der Interessensvertretung zieht der ehemalige Olympiateilnehmer im Bobfahren und schärfste Kritiker seines "Parteifreundes" Landeshauptmann Herwig van Staa (V) mit einem überragenden Ergebnis von 19,5 Prozent (SORA Hochrechnung) in den Landtag ein und überholte damit sogar die SPÖ. Sein Ziel, Landeshauptmann zu werden, dürfte dennoch schwierig werden: Eine Mehrheit hätte er nur mit der ÖVP, eine Zusammenarbeit mit Landeshauptmann Herwig Van Staa (V) hatte er jedoch stets ausgeschlossen.
Geboren wurde Dinkhauser am 16. April 1940 in Innsbruck. Er war zunächst Berufssportler (Tiroler Meister im Hammerwerfen, als Bobfahrer nahm er an den Olympischen Spielen in Grenoble und Sapporo teil). Anschließend war er sechs Jahre lang in der Privatwirtschaft tätig und wurde 1971 Landessekretär des ÖAAB Tirol. 1979 wurde er Kammerrat in der AK Tirol und bekleidete von 1985 bis 1989 die Funktion des Vizepräsidenten.
1991 wurde Dinkhauser erstmals zum Präsidenten der Tiroler AK gewählt. In dieser Funktion bestätigt wurde er in den Jahren 1994, 2000 und zuletzt 2004. Ambitionen hegte der fünffache Vater wiederholt für das Amt des Landeshauptmanns. Er trat bisher jedoch nie mit einer eigenen Liste an. Anfang 2005 scheiterte er bei der Wahl zum Vorstandsvorsitzenden im Hauptverband der Sozialversicherungsträger.
Markige Sprüche ziehen sich wie ein roter Faden durch die politische Laufbahn Dinkhausers, der heuer im April seinen 68. Geburtstag feierte. "Aussa aus die Staud'n" - so lautet einer seiner Sprüche, mit denen der wortgewaltige Expräsident gerne zitiert wird. Dinkhauser sieht sich gerne in der Rolle des Unbequemen, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Der passionierte Pfeifenraucher, der sich stets betont bodenständig gibt, suchte immer wieder die Konfrontation - auch in den eigenen Parteireihen. Mit Kritik an Bundes- und Landes-ÖVP sparte er nicht: Seinem Parteifreund und damaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel warf er etwa "soziale Kälte", Landeshauptmann Van Staa "Machtpolitik" vor.
(apa/ed)
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