Tirol wählt neuen Landeshauptmann: Dritte ÖVP-Hochburg steht damit vor dem Fall!
- NEWS: Wahl-Drama total - wer gewinnt das Votum?
- PLUS: Van Staa und Dinkhauser im großen Interview

·'Hab mit der alten VP Tirols nichts zu tun'
NEWS: Herausforderer Dinkhauser im Interview
·"Entweder Regierung oder der Abschied"
NEWS: LH Van Staa im großen Wahl-Interview
·Im Gebirgsland Tirol lebt man am längsten
Männer werden rund 79 und Frauen 83,5 Jahre alt
·Naturbilder prägen Landtagswahlkampf
Parteien setzten voll auf Heimatgefühl der Tiroler
·Vom Landeschef zum großen Wahlverlierer
Van Staa fährt in Tirol schwere Schlappe ein
·Wahltriumph für Bobfahrer Dinkhauser
Erzielte aus dem Stand knapp 20% der Stimmen
Ein "großes Hochamt" ist es, geschrieben im Frühjahr 2008 vom Leiter der Wiltener Sängerknaben, und "es wird im größten Dom, den es in Tirol gibt, aufgeführt. Das mach ich. Ich hab mir die Mess' an sich für den Landesfeiertag schreiben lassen, aber ich werde sie schon bei einem Wahlerfolg singen lassen. Denn das ist auch eine Frage des Stehens zur Gesellschaft und zur Heimat, ein öffentliches Signal, dessen Wirkung wichtig ist."
Fritz Dinkhauser macht seine Wahlkampfankündigung wahr: Für den Fall, dass er am 8. Juni zwölf, 15 oder mehr Prozent an Stimmen bekommt, lässt er in den darauf folgenden Tagen in der Innsbrucker Jesuitenkirche die "Josefsmesse" aufführen.
Tiroler Wahl-Drama
521.000 Tiroler sind wahlberechtigt, um 40.000 mehr als 2003. Damals holte ÖVP-Chef LH Herwig van Staa mit 49,9 Prozent die Absolute, SPÖ, Grün und FPÖ waren zu Statisten degradiert. Besonders bitter für LH van Staa: Nicht der politische Gegner ist es, der ihm nach fünf nicht unerfolgreichen Regierungsjahren seinen Sturz und seiner Landes-ÖVP die bislang schier völlig unvorstellbare Oppositionsrolle bescheren könnte, sondern mit Ex-AK-Präsident Fritz Dinkhauser ein eigener "Parteifreund". Ähnliche Dramen in ebenfalls einstigen ÖVP-Hochburgen in der Steiermark und in Salzburg fanden bereits statt. Samt Landeshauptmann-Stürzen.
"Alles oder nichts" - wer regiert künftig Tirol?
Verliert van Staas Landes-VP mehr als zehn Prozent an Stimmen, bleibt am Inn politisch kein Stein auf dem anderen. Für den Fall hat LH van Staa bereits seinen Rücktritt im Auge.
Das LH-Roulette
Womit für Spannung pur gesorgt ist. "Rot/Grün/Dinkhauser" ist als neue Koalitionsregierung im Innsbrucker Landhaus realer denn je - den Landeshauptmann stellt die stärkste der drei Kleingruppen. Kommt es zur Sensation, dass Fritz Dinkhauser Wahlzweiter wird (noch vor der Landes-SPÖ), ist ohnehin der Teufel los, nicht nur für die ÖVP, sondern auch für Kanzler Alfred Gusenbauers Tiroler Genossen.
Kann hingegen Tirols SP-Chef Hannes Gschwentner seinen prognostizierten Absturz auf weit unter 20 Prozent der Stimmen stoppen, hat er trotz Stimmenverlustes die Chance, nach Hans Niessl, Gabi Burgstaller, Franz Voves und Michael Häupl fünfter SPÖ-Landeshauptmann in der Republik zu werden. Mithilfe Dinkhausers und der Grünen.
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