Teamchef-Assistent Herzog über WM 1998:
"Das bitterste Erlebnis in meiner Karriere"
- "Zehe der Nation" und schlechte Stimmung im Team
- Fehler von 1998 sollen bei EURO vermieden werden

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Es hätte das Turnier des Andreas Herzog werden sollen: Österreichs Fußball-Nationalmannschaft fuhr auch dank der teilweise überragenden Leistungen des damaligen Regisseurs zur WM 1998 nach Frankreich. Was bei diesem Turnier aber passierte, liegt Teamchef Hickersbergers Assistenten noch immer schwer im Magen.
"Für mich persönlich war es das bitterste Erlebnis meiner Karriere", erklärte Herzog. "Ich bin mit extrem hohen Erwartungen hingekommen, weil ich in einem guten Alter (Anm.: 29 Jahre) war und gedacht habe, dass ich mit dieser guten Mannschaft Glanzlicher setzen könnte. Aber die Stimmung innerhalb des Teams war nicht mehr so gut und ich war einfach nicht in der Form wie in der Qualifikation".
Der damals von einer hartnäckigen Zehenverletzung geplagte Wiener kam nur in der ersten Partie gegen Kamerun (1:1) von Beginn an zum Einsatz, danach wurde er gegen Chile (1:1) und Italien (1:2) jeweils eingewechselt, wobei er immerhin gegen Italien aus einem Elfmeter den ÖFB-Treffer erzielte. "Das war aber auch schon die einzige positive Erfahrung", erinnerte sich der ehemalige Star von Werder Bremen.
"Die Zehe der Nation"
Bereits im Oktober 1997 hatte er sich einer schmerzhaften Zehen-Operation unterziehen müssen, durfte danach drei Monate lang nur mit Spezial-Schuhwerk gehen, stand aber vier Monate nach dem Eingriff - auch im Hinblick auf die WM - schon wieder für die Bremer auf dem Platz. Der wohl entscheidende Rückschlag folgte im letzten Saisonspiel von Werder in Stuttgart, als er einen Schlag auf die ramponierte Zehe bekam und die alten Schmerzen wieder akut wurden.
Bis zum Turnierbeginn trat keine wirkliche Verbesserung mehr ein. "Bei der WM konnte ich dann nur mit Schmerzmitteln spielen. Ich war einfach nicht in absoluter Top-Form, habe leider nicht einmal 50 Prozent der Leistung gebracht, die möglich gewesen wäre", gab Herzog zu.
Überragende Quali, schlechte WM
"Wir haben eine überragende Quali mit einem Riesen-Zusammenhalt gespielt, aber bei der WM will natürlich jeder spielen und die Stimmung hat dann nicht mehr so gepasst", meinte Herzog, der jedoch nicht nur die Spannungen innerhalb der Mannschaft als Grund für das Scheitern ausmachte. "Das Achtelfinale wäre locker drin gewesen, aber vielleicht haben wir Kamerun und Chile stärker gemacht, als sie waren. Man muss bei einer WM eben ein bisschen Risiko nehmen, um etwas zu erreichen."
Herzog will nun bei der EURO 2008 alles unternehmen, damit sich Fehler von 1998 nicht wiederholen. Zum einen sei eine mutigere Spielanlage gefragt, zum anderen werde er "knallhart aufpassen", damit die teaminterne Atmosphäre während der EM in Ordnung ist. Neuerliche Grabenkämpfe seien allerdings nicht auszuschließen. "Doch wenn einer Stunk macht, wird der Teamchef sicher eine Lösung parat haben."
(apa/red)
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