Freitag, 26. Februar 2010

Lieber andere an Eimer und Besen lassen:
Der Frühjahrsputz kann Allergikern schaden

  • Überflüssige Staubfänger aus Wohnung verbannen
  • Nach dem Saubermachen rasch duschen & umziehen

Patienten mit Atemwegsallergien oder Asthma sollten den Frühjahrsputz nur mit besonderer Vorsicht angehen. "Natürlich ist es wichtig, den Staub, der sich über die Wintermonate in der Wohnung angesammelt hat, zu entfernen", bestätigt Harald Morr von der Deutschen Lungenstiftung. Doch können beim Putzen und Saugen bis zu 10.000 Hausstaubmilben in jedem Gramm Staub aufgewirbelt werden.

Beim Einatmen kanne der Kot der Milben die Atemwegsbeschwerden von Allergikern verstärken oder sogar einen Asthmaanfall auslösen. Auch der Einsatz von scharfen Putzmitteln kann die ohnehin schon entzündeten Atemwege von Allergikern weiter reizen und die Beschwerden verschlimmern. Fatalerweise ist selbst das Fenster- und Türenaufreißen zum Auslüften der Innenräume für die Betroffenen problematisch - dann nämlich, wenn sie gegen Baumpollen allergisch sind, die nunmehr ungehindert in die Wohnung fliegen könnten.

Das Putzen den anderen überlassen
Allergiker sollten daher den Frühjahrsputz besser jemand anders überlassen. "Wer aber keine Helfer hat oder sich keine Haushaltshilfe leisten kann, sollte beim Putzen unbedingt eine Staubmaske tragen und sich nach der Putzaktion umziehen, duschen und die Haare waschen", rät Morr. Als Ergänzung zu den Medikamenten, die die Überempfindlichkeit der Bronchien minderten oder die Atemwege erweiterten, kann auch eine regelmäßige Nasendusche mit Salzwasser helfen. Damit lassen sich Allergieauslöser wie Milbenkot und Pollen aus den Nasengängen zum Teil entfernen.

Bett auslüften
Außerdem ist es Allergikern nicht nur im Frühling, sondern das ganze Jahr hindurch anzuraten, ihre Bettdecken regelmäßig bei mindestens 60 Grad zu waschen. Auch sollten sie überflüssige Staubfänger wie Vorhänge, Kissen oder Überdecken aus den Räumen verbannen. "Daher sind auch Fußböden aus Laminat, Holz oder Fliesen, die täglich feucht gewischt werden können, für Allergiker besser geeignet als Teppiche", erklärt Morr.

Beste Zeit zum Lüften
Zum Lüften der Wohnung gibt es für Allergiker nach Angaben des Experten eine grobe Regel: In der Stadt nur am frühen Morgen oder nachts die Fenster öffnen, auf dem Land vorzugsweise am Abend. "Zu diesen Zeiten fliegen erfahrungsgemäß weniger Pollen", erklärt der Mediziner. Wem das zu viel Einschränkung bedeutet, der kann sich auch Pollenfilter für die Fenster beschaffen, die immerhin etwa 85 Prozent der Pollen abfangen.

Das bringt's nicht!
Allerdings bringen solche teuren Spezialmaßnahmen keinen Vorteil mehr, wenn man bereits unter Asthma leidet. Unnützes Geld wird auch für andere kostspielige Anschaffungen wie Spezialstaubsauger, milben-undurchlässige Matratzenüberzüge oder Anti-Milben-Chemikalien ausgegeben. Wer eine Chance sucht, seine Allergie bei der Wurzel zu packen, kann eine Hyposensibilisierung durchführen, um sich Schritt für Schritt an die Allergieauslöser zu gewöhnen. (apa/red)

26.2.2010 14:07