Montag, 19. Mai 2008

Günter Tolar hilft HIV-Infizierten: "Ohne den Life Ball müsste ich zusperren"

  • "Positiv Leben" finanziert sich 90 Prozent Life Ball
  • Event für den Künstler "unverzichtbar und einmalig"

Jahr für Jahr wird der Life Ball größer, die prominenten Gäste interessanter und - was besonders Ballvater Gery Keszler freut - es wird immer mehr Geld für HIV/Aids-Hilfsorganisationen gesammelt. Seit 1993 kann sich Keszler und sein Team über einen Reinerlös von 10,4 Millionen Euro freuen. Die Hälfte davon kommt heimischen Projekten zugute wie etwa "Positiv leben". "Ich müsste zusperren, wenn es den Life Ball nicht gäbe", sagte Günter Tolar, der Begründer der Initiative.

Tolar gründete 1992 "Positiv Leben", nachdem sein langjähriger Lebensgefährte aufgrund seiner Aidserkrankung sich das Leben nahm. Das Prinzip der Initiative ist einfach: Sie hilft schnell und unbürokratisch. "Wir können niemanden durchfüttern, sondern nur punktuell in der dringenden Not helfen", so Tolar. "Es sind auch keine großen Beträge, die wir hergeben können, sondern wir helfen mit den oft sehr dringenden kleinen Beträgen." Wenn etwa die Stromrechnung oder die Miete fällig wird, eine Zahnkrone oder eine neue Brille gebraucht wird, Tolar zahlt an sozial schwächere HIV-Infizierte maximal 365 Euro. Besonders viele Anfragen kommen im Frühling, wenn die Nachzahlungen der Heizung nach einem strengen Winter zuviel werden.

"Zu fast 90 Prozent leben wir vom Life Ball", so Tolar. Jedes Jahr bekommt er einen Beitrag, seit 1993 waren es laut Life Ball Büro insgesamt 868.240,93 Euro für "Positiv Leben". "Vor dem Life Ball bin ich hausieren gegangen, meist abgeblitzt oder als Schwein beschimpft worden. Das war ziemlich schlimm." Ab und zu hat er kleinere Beträge bekommen, hier 100 Schilling (7,27 Euro), dort 150 Schilling. "Außer einem guten Willen konnte ich nicht viel aufbringen", sagte der ehemalige Moderator.

"Unverzichtbar und einmalig"
Gery Keszler sei es geglückt, die Akzeptanz der Krankheit zum Zeitgeist zu machen. "Und Kritiker werden dazu verurteilt, die Goschn zu halten." Der Life Ball sei "unverzichtbar und einmalig", meinte Tolar. "Ich schaudere davor, wenn die Aids-Hilfe nicht vom Life Ball unterstützt werden würde."

Seit dem ersten Ball 1993 wurden 32 nationale Projekte, insgesamt wurden 40 Aidshilfsorganisationen unterstützt. Mit dem Verein "Aids Life" wird HIV-Positive und an Aids erkrankte Menschen geholfen. Der Life Ball ist die wichtigste Einnahmequelle der Organisation.

"Positiv Leben"
Spendenkonto:
Oberbank 241-0444/11
BLZ: 15010

(apa/red)

19.5.2008 11:07