Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel:
"Reform wegen Schieflage der Gehälter"
- FORMAT: Transparenz bei hohen Managergehältern
- Entlastung der niedrigen Einkommen muss kommen

·Managergagen 48mal
höher als Durchschnitt
AK-Präsident fordert nun
Gehälter-Veröffentlichung
Steigende Managergehälter und stagnierende Löhne der Mitarbeiter. Die jüngste Studie der Arbeiterkammer hat einen Anstieg der Managergehälter von 14 Prozent auf durchschnittlich 1,3 Millionen Euro pro Kopf und Jahr errechnet. 14 Prozent Plus waren es auch schon im Jahr 2006, was einen Gehaltssprung in nur zwei Jahren von knapp 30 Prozent entspricht. Stellt sich die Frage, wer sonst noch ähnliche Sprünge auf seinem Gehaltszettel findet und ob die Gewinne der Unternehmen auch an die Mitarbeiter weitergegeben werden.
FORMAT: Herr Präsident, was sagen Sie zu der Entwicklung der Vorstandsgehälter einerseits und jener von Arbeitnehmern andererseits?
Tumpel: Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer zeigt, dass Manager im Jahr 2000 das Zwanzigfache eines Arbeitnehmers verdient haben, im Vorjahr aber bereits das 48fache. Auch in absoluten Zahlen haben sich die Managergehälter in dem Zeitraum fast verdoppelt. Das zeigt deutlich, dass wir bei den Gehältern in eine absolute Schieflage geraten sind. Wir reden hier von zwei völlig unterschiedlichen Welten.
FORMAT: Was schlagen Sie vor, um dieser Entwicklung gegenzusteuern?
Tumpel: Die individuelle Veröffentlichung der Vorstandsgehälter muss gesetzlich verankert werden. Außerdem muss die Hauptversammlung über die Gehälter und Gehaltsbestandteile eingehend informiert werden, und dann muss man sich etwas zur Angemessenheit von Vorstandsgehältern einfallen lassen. Das muss dann in den Corporate-Governance-Kodex einfließen.
FORMAT: Welche Gehälter sind für Sie angemessen?
Tumpel: Sicher ist, dass es offenbar zurzeit keine sachliche Orientierung mehr bei der Bemessung gibt. Die Gehaltsentwicklung ist ja, wie man sieht, völlig unabhängig von der Börsenentwicklung.
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