Staatssekretärin will Redeverbot für Ötsch: Al Jaber sei weiter für Airline-Einstig bereit
- AUA-Boss habe dem Unternehmen massiv geschadet
- Turbulenzen sollen "Verscherbelung" der AUA dienen

·Gusenbauer: "AUA bleibt österreichisch"
Kanzler schaltet sich in Diskussion um Airline ein
·AUA prüft jetzt alle möglichen Optionen
Entweder Partnerschaft oder Eigenständigkeit
·Luftfahrt: "Karten werden neu gemischt"
AUA-Chef Alfred Ötsch
im NEWS-Interview
In der Diskussion um die Zukunft der AUA fordert SP-Verkehrs-Staatssekretärin Christa Kranzl für AUA-Chef Alfred Ötsch ein "absolutes Redeverbot" gegenüber Medien. Die Aussagen von Ötsch hätten bisher schon "massiven Schaden für das Unternehmen gezeitigt" und stünden "fairen Verhandlungen im Wege". Der austro-arabische Investor Mohammed Bin Issa Al Jaber stehe indessen weiterhin als Investor für die Austrian Airlines (AUA) zur Verfügung, so die für die Luftfahrt zuständige Staatssekretärin.
Bei ihrem Treffen mit Al Jaber sei klar zum Ausdruck gekommen, dass der Investor weiterhin zur Verfügung stehe, betonte Kranzl. Al Jaber habe dabei ausdrücklich gemeint, dass er an den im Rahmen des Treffens mit Vizekanzler Wilhelm Molterer und ÖIAG-Chef Peter Michaelis getroffenen Vereinbarungen bezüglich seiner Beteiligung an der AUA festhalte.
Wie berichtet hat ÖIAG-Chef Michaelis bei einem "Krisengipfel" zwischen Al Jaber und ÖIAG - unter Vermittlung von Finanzminister Molterer - einem "Vier-Punkte-Programm" zugestimmt. Kernpunkte dieser Vereinbarung, die Al Jaber nicht als "Forderungen" verstanden wissen will, sind zwei AUA-Aufsichtsräte sowie ein AUA-Vorstand für Al Jaber, ein gemeinsames Steuerungskomitee und eine zusätzliche Kapitalerhöhung um 50 Mio. Euro, mit denen er weitere rund 10 Prozent an der AUA und damit die Kontrollmehrheit erhalten würde. Damals sei auf Basis des Durchschnittskurses der vergangenen Tage ein Preis von 4,20 Euro vereinbart worden, hieß es aus Al Jabers Umfeld. Nach der Hauptversammlung wurde Al Jaber aber von Michaelis darüber informiert, dass einer der vereinbarten vier Punkte - konkret die weitere Kapitalerhöhung - für die ÖIAG nicht in Frage komme.
Kranzl spricht von doppeltem Spiel
Kranzl meint nun: "Es bestärkt sich für mich der Eindruck, dass hier gewisse Personen von AUA und ÖIAG ein doppeltes Spiel spielen, dessen Ziel a la longue gesehen die Verscherbelung der AUA ist". Kranzl ist überzeugt, dass es noch immer ein "ehrliches Interesse" des arabischen Investors gibt, bei der AUA einzusteigen, "mit klaren Visionen für die Zukunft".
Aus Sicht von Kranzl sind zwei Sofortmaßnahmen notwendig: Erstens Verhandlungsbereitschaft bewahren bzw. zeigen bis zur finalen Entscheidung, und zweitens ein absolutes Redeverbot gegenüber Medien für AUA-Chef Ötsch.
"Es ist nun Vizekanzler Molterer aufgefordert, alles zu unternehmen, damit die Gespräche zwischen ÖIAG und Al Jaber in einer konstruktiven Ebene fortgeführt und zu einem positiven Abschluss gebracht werden können", so die Verkehrsstaatssekretärin. Sie stehe auf jeden Fall zur Verfügung, um ihren Beitrag für eine Lösung zu leisten.
(apa/red)

