23.5.2008 14:22

Kienast will sich Hickersberger aufdrängen:
Norwegen-Leginär trotz Flaute kämpferisch

  • Fightet um Platz im endgültigen 23-Mann-EURO-Kader
  • Muss sich gegen die starke Konkurrenz durchsetzten

Roman Kienast befindet sich in einer etwas verzwickten Situation. Der Stürmer des österreichischen Fußball-Nationalteams kämpft um einen Platz im endgültigen 23-Mann-Kader für die EURO, konnte in der laufenden norwegischen Liga aber bisher keine echte Empfehlung abgeben. Sein Club Ham-Kam liegt nach sieben Runden auf dem letzten Platz, zudem wartet der 24-jährige fünffache Teamspieler weiter auf sein erstes Meisterschaftstor.

Auch im bisher letzten Spiel gegen Mittelständler Strömsgodset kam Ham-Kam über ein 1:1 nicht hinaus, durfte immerhin über das erste Saison-Remis jubeln. Sehr verhalten freilich. "Es waren verlorene Punkte", sagte der fünffache Teamspieler Kienast, der in Lindabrunn zur rot-weiß-roten Auswahl gestoßen war. "Ein geschenkter Elfer hat uns in der 93. Minute den Sieg gekostet. Sonst wären wir nicht mehr Letzter gewesen, und nach dem nächsten Spiel gegen den Vorletzten Lilleström hätte es vielleicht schon wieder anders ausgesehen." Zumindest dieses Duell am 25. Mai verpasst Kienast aber sicher.

Es laufe momentan eben nicht, resümierte der 1,90-m-Mann, der seit März 2006 bei Ham-Kam spielt und mit dem "Fahrstuhlclub" in der vergangenen Saison aufgestiegen war: "In den ersten Hälften waren wir meist die bessere Mannschaft, haben dann aber dumme Fehler gemacht und den Gegnern leichte Tore geschenkt." Trainer Erlandsen stehe zwar noch nicht in der Kritik, "bei den Fans merkt man aber doch schon eine gewisse Unzufriedenheit".

"Manchmal geht einfach nichts"
Auch seine persönliche Form sei gewissen Schwankungen unterlegen. "Die ersten beiden Spiele waren okay, das zweite haben wir gegen den Titelkandidaten Stavanger gewonnen, da war ich gut in Form", erinnerte sich Kienast, der dabei auch von ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger beobachtet worden war. "Zuletzt war's wieder ganz in Ordnung, ich habe auch einige Assists gegeben. Aber es ist halt manchmal so bei einem Stürmer, da geht einfach nichts." Wenn er in der Meisterschaft bisher auch leer ausging, so traf er am 12. Mai immerhin im Cup. "Das hat mir wieder Selbstvertrauen gegeben."

Gerade rechtzeitig vor dem mannschaftsinternen Duellen mit Maierhofer, Hoffer, Janko, Linz und Kuljic also. "Sicher wäre es besser gewesen, wenn ich fünf Tore geschossen hätte, aber davon darf ich mich nicht beirren lassen", gab sich der Ex-Rapidler, der gleich nach der Neuankunft in Lindabrunn eine "super Stimmung" im Team konstatierte, kämpferisch. Der Druck ist nach den starken Frühjahrsleistungen des Meister-Duos Hoffer-Maierhofer freilich nicht kleiner geworden. "Ich habe mich für Rapid gefreut, habe ja ein grün-weißes Herz. Das ist gut fürs Nationalteam. Aber ich will keine Gedanken an die anderen verschwenden, mich nur auf mich konzentrieren. Ich werde mich voll reinhauen und will mich dem Trainer aufdrängen."

(apa/red)

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23.5.2008 14:22
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