21.5.2008 17:14

Legionär Harnik: Sticheleien bei Werder geben ihm zusätzlichen Motivationschub

  • ÖFB-Offensivkraft hat in Bremen schweren Stand
  • Klubwechsel steht für ihn aber nicht zur Debatte

Teamchef Josef Hickersberger hat schon in den 1970er-Jahren als Aktiver in der deutschen Bundesliga eine gewisse Arroganz vonseiten deutscher Spieler gegenüber dem österreichischen Fußball zu spüren bekommen. Martin Harnik erging es zuletzt bei seinem Club Werder Bremen nicht anders.

"Die Trainer und die Scouts waren von unseren Leistungen gegen Deutschland und die Niederlande positiv überrascht, aber bei den deutschen Teamspielern war schon eine gewisse Überheblichkeit zu erkennen", erklärte Harnik, dessen Mutter aus Deutschland stammt.

Auch wenn die kleinen Sticheleien laut Harnik mit ironischem Unterton erfolgten - als Ansporn im Duell mit den Deutschen am 16. Juni wirken sie allemal. "Für mich ist es dadurch noch leichter, mich zu motivieren", sagte der Flügelflitzer, der in der kommenden Saison Sebastian Prödl als neuen Vereinskollegen bekommt.

"Regionalliga ist auch nicht so schlecht"
Zuletzt kam der 20-Jährige mit den deutschen Teamspielern bei Werder aber nur noch im Training in Kontakt. Im Frühjahr wurde er fast durchwegs bei den Amateuren eingesetzt, mit denen er den Aufstieg in die neu geschaffene dritte deutsche Liga schaffte, und zwar als "Leistungsträger", wie er betonte. "In der deutschen Regionalliga zu spielen, ist auch nicht so schlecht", meinte Harnik, gab aber auch zu, dass dieses Niveau mit jenem des Nationalteams nicht zu vergleichen sei. "Doch es ist auch ein Markenzeichen eines Profis, sich immer wieder umstellen zu können."

Lieber wäre es dem pfeilschnellen Flügelspieler aber gewesen, wenn er es auf mehr Einsätze in der Kampfmannschaft gebracht hätte. "Bei den Profis hatte ich zuletzt einen schweren Stand, weil alle Verletzten wieder zurückgekommen sind. Gott sei Dank konnte ich aber in der Regionalliga Spielpraxis sammeln", meinte der siebenfache Internationale (1 Tor), der sich "körperlich sehr gut" fühlt.

Stammplatz bei Werder in weiter Ferne
Nach seiner ansprechenden Leistung gegen die Niederlande Ende März hatte Harnik damit gerechnet, wieder besser in Werders Kampfmannschaft Fuß zu fassen. "Da war ich dann schon ein bisschen überrascht, dass ich nach diesem Spiel gar nicht mehr berücksichtigt worden bin." Sein Trainer Wolfgang Schaaf habe ihn zwar "ein, zwei Mal" zur Seite genommen, ihn für seinen Auftritt gegen die "Oranjes" gelobt, aber auch ermahnt, weiter hart zu arbeiten.

Obwohl er zuletzt weit weg von einem Stammplatz in Bremen war, möchte sich Harnik beim deutschen Vizemeister durchbeißen. "Der Gedanke an einen Wechsel ist zwar da gewesen und es hat erste Gespräche gegeben, aber Werder hat gesagt, dass man mich behalten will. Daher steht ein Wechsel nicht zur Debatte", sagte der Deutsch-Österreicher, ließ sich aber eine Hintertür offen: "Jetzt konzentriere ich mich einmal auf die EURO, das Transferfenster ist ja danach noch offen."

(apa/red)

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21.5.2008 17:14
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