20.5.2008 15:09

Legionäre trudeln bei Hickersberger ein:
Öczan könnte für lädierten Gratzei kommen

  • Auch verletzter Weissenberger noch Wackelkandidat
  • Unmittelbare Vorbereitung auf Gruppengegner startet

Der EURO-Großkader des österreichischen Fußball-Nationalteams ist weiter angewachsen. Teamchef Josef Hickersberger begrüßte nach zwei freien Tagen auch die ersten Legionäre, musste sich gleichzeitig aber auch über die Personalia der angeschlagenen Markus Weissenberger und Christian Gratzei den Kopf zerbrechen.

Dass "Fremdarbeiter" wie Kapitän Andreas Ivanschitz oder Jürgen Macho den Bundesliga-Kickern leistungsmäßig nachstehen könnten, glaubte der Teamchef, der das Wochenende im heimischen Tullnerbach verbracht hatte, nicht. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da - unter Anführungszeichen - böse Überraschungen gibt", erklärte Hickersberger am Montagmittag, kurz bevor er zum ersten Training nach dem freien Wochenende bat.

Freilich muss die Vorbereitung in einigen Punkten zumindest modifiziert werden. So stößt Stürmer Roman Kienast später zum Team, weil er für seinen norwegischen Club Ham-Kam noch ein verlegtes Meisterschaftsspiel absolviert. "Ich habe ihm erlaubt zu bleiben", erklärte Hickersberger, "das war mit seinem Trainer eigentlich so abgesprochen". Ebenso werden die "Deutschen" Markus Weissenberger und Martin Harnik noch in Lindabrunn eintreffen, danach folgen die Italien-Legionäre Alexander Manninger und György Garics sowie Andreas Ibertsberger.

Sorge um Weissenberger und Gratzei
Nicht plangemäß sind freilich die Verletzungen von Markus Weissenberger und dem vierten Torhüter Christian Gratzei. Letzterer hatte nach dem Rückflug aus Sardinien laut Hickersberger "Wadenschmerzen gemeldet" und wird "zwei, drei Tage in Graz bleiben und nicht trainieren können. Wir müssen überlegen, ob wir eventuell noch einen zusätzlichen Torhüter einberufen". "Hicke" dachte dabei an Ramazan Özcan, der mit Hoffenheim in Deutschlands erste Bundesliga aufgestiegen war. In diesem Fall müsste Özcan freilich seinen Ibiza-Urlaub, zu dem er bereits abgehoben ist, verkürzen.

Brenzlig ist indes die Lage von Mittelfeld-Akteur Weissenberger, der sich beim Einsatz für seinen Club Frankfurt einen Muskelfaserriss im linken Hüftbeugemuskel zugezogen hatte. Zwar sei die Verletzung "nicht so schlimm, wie es zuerst den Anschein hatte", man müsse sich aber die Frage stellen, "ob es Sinn macht, dass er im Kader bleibt", wie Hickersberger, der freilich erst die Diagnose von Teamarzt Ernst Schopp abwarten will, erklärte.

Auch Hickersberger 1978 "mitgeschleppt"
Eine "schwierige" Entscheidung, gab der 60-Jährige zu - und erinnerte sich an die eigene Karriere als Spieler: "Ich weiß, dass mich die Mannschaft bei der WM 1978 als Patienten phasenweise mitschleppen musste. Zwar habe ich die Leute im Mittelfeld eingeteilt, aber im modernen Fußball ist es nicht mehr möglich, einen nicht hundertprozentig fitten Spieler einzuberufen." Weissenberger gilt zwar ohnehin als Wackelkandidat, genau deswegen, so Hickersberger, "spielt er für die Spiele gegen Nigeria und Malta aber natürlich eine Rolle."

Nach den ersten elf Tagen der Intensiv-Vorbereitung auf die EM ist die Agenda des Teamchefs freilich noch lange nicht abgearbeitet. "Jetzt kommt die unmittelbare Vorbereitung auf die Gruppengegner", sagte der Niederösterreicher. "Wir haben umfangreiche Informationen, die wir komprimieren und den Spielern vorlegen müssen. Wir werden jetzt an den taktischen Schwerpunkten arbeiten, die wir in den Länderspielen umsetzen wollen."

(apa/red)

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20.5.2008 15:09
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