23.5.2008 17:07

Torhüter Jens Lehmann ist ohne Zweifel:
"Ich spiele die EM, danach weiß ich nicht"

  • Möglicher Wechel zum VFB Stuttgart ist im Gespräch
  • Im DFB-Team ist Jens seit 621 Minuten ohne Gegentor

Trotz der von Bundestrainer Joachim Löw geschürten Konkurrenz auch auf der Tormann-Position hat Jens Lehmann keine Zweifel an seiner Rolle als klare Nummer eins in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. "Natürlich werde ich spielen bei der Europameisterschaft, deshalb bin ich ja hier", erklärte Lehmann im Trainingslager der DFB-Auswahl auf Mallorca.

Ob die EM-Endrunde für den 38-Jährigen auch der Abschied aus der Nationalelf sein wird, ließ er ebenso offen wie ein mögliches Engagement in der kommenden Saison beim VfB Stuttgart. Allerdings vermittelte Lehmann den Eindruck, dass ein Wechsel zum VfB sehr wahrscheinlich scheint.

Nach seiner nervenden Reservisten-Rolle bei Arsenal hat Jens Lehmann bei der EURO den besonderen Ehrgeiz zu beweisen, "dass ich nach wie vor gut bin. Das motiviert mich sehr." Ein Wechsel des 38-Jährigen zum VfB Stuttgart scheint wahrscheinlich, wie er erklärte: "Der schwäbische Bundesligist ist ein sehr seriös geführter Verein, der relativ attraktiven Fußball spielt". Dort wäre auch ein guter Trainer. Und Manager Horst Heldt, den Lehmann "seit 20 Jahren kennt", mache ebenfalls einen guten Job. "Das sind alles Argumente, die dafür sprechen. Es kann schon sein", sagte Lehmann zur möglichen Rückkehr in die Bundesliga.

Im DFB-Team eine Macht
Weiter wollte der aus London scheidende Torwart, der im DFB-Team seit 621 Minuten unbezwungen ist und damit den deutschen Länderspiel-Rekord hält, nicht vorpreschen. "Das ist respektvoll gegenüber dem Verein. Und ich habe keinen Druck, dass ich mich jetzt entscheiden muss." Allerdings wolle der 53-fache Nationalspieler bis zum zweiten EM-Testspiel nach Ende des Mallorca-Trainingscamps in Gelsenkirchen gegen Serbien "Ruhe haben" und möglichst vorher seine sportliche Zukunft klären.

Zwar hielt Lehmann auch noch die Option aufrecht, dass er seine Karriere nach fünf Jahren bei Arsenal beenden könnte, doch der Ehrgeiz scheint zu groß dafür. "Nach wie vor bin ich in der glücklichen Lage, dass ich fit bin und Spaß am Fußball habe", betonte Lehmann. Viele hätten ihn dazu ermuntert, "so lange zu spielen, wie es geht". Der tägliche Reiz, "sich zu beweisen", treibt den "Oldie" auch jetzt in den Vorbereitungs-Tagen vor seinem zweiten Turnier als Nummer 1 der DFB-Elf an. Bei den WM-Turnieren 1998 und 2002 sowie den EM-Endrunden 2000 und 2004 war er zwar dabei gewesen, aber nicht zum Einsatz gekommen.

Die EURO dürfte für Lehmann jedenfalls zum Abschied vom DFB-Team werden, für das er am 18. Februar 1998 in Maskat gegen den Oman (2:0) debütiert hatte. Zwar wollte er sich 16 Tage vor dem ersten Turnierspiel gegen Polen verständlicherweise nicht festlegen: "Was nach der EM ist, weiß ich nicht." Doch natürlich ist sich Lehmann auch seines Alters und der nachrückenden Konkurrenz um "Kronprinz" Rene Adler bewusst. "Es wäre vermessen zu sagen, ich habe die WM 2010 noch als Ziel", sagte Lehmann, der sich ganz auf seine EM-Aufgabe konzentrieren will. (apa/red)

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23.5.2008 17:07
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