Kroatien ist vor EM voller Selbstvertrauen:
"Schlagen Österreich, Polen & Deutschland"
- Kapitän Kovac: "Sind technisch besser als Österreich"
- Kompletter Kader trainiert im Team-Camp von Rovinj

·Kroatien-Teamchef:
"Vastic ist ein Genie"
Auftakt gegen Österreich
ist das "wichtigste Match"
·Burgenland: Bilic
auf Inspektionsreise
Von Bedingungen in Bad Tatzmannsdorf angetan
·So machen sich die Teams für die EURO fit
Klicken: Vorbereitungs-
Programm der Gruppe B
·Kroatische Invasion für EURO angekündigt
350.000 Kroaten wollen EM in Österreich erleben
Der 23-Mann-Kader von Österreichs erstem EURO-2008-Vorrundengegner Kroatien ist komplett ins Trainingslager in Rovinj eingerückt. Als Letzter traf Noch-Werder-Bremen-Legionär Ivan Klasnic etwas verspätet aus München kommend in der istrischen Hafenstadt ein. An Selbstbewussten mangelt es den Kroaten nicht. Wie alle anderen verströmte auch Mittelfeldspieler Danijel Pranjic, in den Niederlanden Kollege von Thomas Prager bei Heerenveen, Zuversicht pur: "Wenn wir Österreich schlagen, erledigen wir auch Polen sowie Deutschland und dann können wir sehr weit kommen."
Auch Teamkapitän Niko Kovac sparte hinsichtlich des Auftaktspiels gegen Österreich am 8. Juni im Ernst-Happel-Stadion nicht mit lauten Tönen: "Die Österreicher versuchen konditionell topp zu sein, weil sie spielerisch schlechter sind als wir. Wir sind technisch einfach viel besser. Es ist nicht so wichtig, wie viel du rennst, sondern wie du rennst. Man muss die Wege mit Hirn gehen, sonst sind sie vergeblich. Besser 70 Minuten durchdacht laufen als 90 Minuten ohne Sinn."
Kovac lobt Ivanschitz, Vastic und Leitgeb
Dennoch ließ der Mittelfeldmann von Vizemeister Red Bull Salzburg auch einen Schimmer von Respekt durchblicken: "Die Österreicher haben in den vergangenen Spielen durchaus Tore gemacht. Sie haben einige Spieler, die sehr gut schießen können. Andreas Ivanschitz trifft mit dem Linken millimetergenau. Ivica Vastic auch. Wenn er spielt. Standardsituationen sind ihr großes Atout." Kovac warnte auch vor seinem Red-Bull-Teamkollegen von Christoph Leitgeb. Der Grund: "Sein Vater ist Kroate. Das sagt schon, dass er mit dem Ball umgehen kann. Mir wäre lieber, dass er gegen uns nicht spielt."
Aljosa Asanovic, neben Robert Prosinecki Assistent von Teamchef Slaven Bilic, warnte davor, Österreich völlig auf die leichte Schulter zu nehmen. "Ich schätze die Österreicher ebenfalls vor allem bei Standards stark ein", meinte der ehemalige Spieler von Austria Wien, "sie haben auch den großen psychologischen Vorteil, dass sie Gastgeber sind und gegen uns das erste Match spielen."
"Österreicher dürfen nicht nahe an unser Tor kommen"
Daher könne das ÖFB-Team durchaus gefährlich werden, so Asanovic: "Wir bereiten uns darauf vor, dass sich die Österreicher am 8. Juni stärker präsentieren werden als sie objektiv tatsächlich sind. Ivanschitz hat einen ausgezeichneten linken Fuß und bei Freistößen und Cornern ist er sehr gut drauf. Wir müssen schauen, dass sie nicht zu nahe an unser Tor kommen." Aber selbst davor sei man gewappnet: "Auch für Freistöße haben wir in unserer Verteidigung geeignete Spieler. Im Detail werden wir das noch in Bad Tatzmannsdorf analysieren."
Auch Robert Prosinecki vazierte zwischen höflichem Respekt vor den Erstrundengegnern und Selbstvertrauen: "In unserer Gruppe gibt es keine schlechten Teams. Aber wir fürchten uns vor niemanden. Während der Qualifikation haben wir wirklich gut gespielt, manchmal sogar ausgezeichnet. Alles, was uns dabei Erfolg gebracht hat, müssen wir auch bei der EURO umsetzen. Wir haben ein hervorragendes Team, und das müssen wir zeigen."
Vorbereitungsspiele gegen Moldawien und Ungarn
In Ronvinj (bis 24. Mai) und dann im slowenischen Kurort Moravske Toplice (bis 30. Mai) soll nun konsequent gearbeitet werden. Die letzten beiden Vorbereitungsspiele am Samstag in Rijeka gegen Moldawien und eine Woche später in Budapest gegen Ungarn dienen dann der Suche nach der richtigen Mischung für die EURO 2008.
"Ab heute ist alles leichter", war Prosinecki voller Tatendrang. "Alle sind gesund angekommen, und nun müssen wir sehen, wie gut sie physisch zusammen sind." Bisher meldete lediglich Ivica Olic (HSV) eine leichte Blessur. Die Sparring-Partner seien hinsichtlich des Österreich-Spiels ganz bewusst ausgewählt worden, meinte der WM-Dritte von 1998: "Moldawien und Ungarn haben nicht die Qualität von Österreich, aber sie spielen ähnlich. Die Ungarn kennen wir mehr oder weniger, die Moldawier eher weniger als mehr."
Die Ergebnisse seien im Zweifelsfall zweitrangig, wenn auch nicht völlig nebensächlich. "Für unsere Fans und wegen des Prestiges müssen wir gewinnen, aber wichtiger ist, dass wir am 8. Juni gegen Österreich glänzen. Gegen Moldawien und Ungarn werden wir sicher ein bisschen variieren und einige Spieler sowie Kombinationen ausprobieren."
Eduardo da Silva ist allgegenwärtig
Physisch nicht anwesend und doch im kroatischen Trainingslager allgegenwärtig ist der gebürtige Brasilianer Eduardo da Silva. Der langzeitverletzte Arsenal-Striker hatte mit zehn Toren in der WM-Qualifikation maßgeblich dazu beigetragen, dass die Bilic-Truppe souverän das Ticket für Österreich und die Schweiz löste. Prosinecki: "Mit Eduardo haben wir ein spezielles Spiel gepflegt, jetzt müssen wir es anders anlegen. Wir haben aber Spieler, die ihn ersetzen können. Einige Dinge können sie sogar besser als er, andere schlechter. Aber wichtig ist, dass alle alles aus sich herausholen."
(apa/red)
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