21.5.2008 14:14

Gomez ist für Kampf um Fixleiberl gerüstet:
DFB-Spieler will sich Stammplatz erstürmen

  • Stuttgart-Stürmer: "Stehe seit Wochen voll im Saft"
  • Skurilles Ritual: Geht immer auf Pissoir links außen

Im deutschen Fußball-Nationalteam hat in Palma de Mallorca mit dem Vorbereitungstrainingslager für die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz der harte Kampf um die Stammplätze im Angriff begonnen. Stuttgart-Stürmer Mario Gomez fühlt sich nach einer von Blessuren beeinträchtigten Saison topfit und gerüstet für den Wettbewerb mit WM-Torschützenkönig Miroslav Klose, Kevin Kuranyi und Lukas Podolski.

"Die Verletzungen haben meine Fitness nicht beeinträchtigt, davon ist gar nichts zurückgeblieben, ich stehe seit vier Wochen wieder voll im Saft", versicherte der 22-Jährige. Für den Jahres-Höhepunkt, bei dem die Deutschen in der Gruppenphase auf Polen (8. Juni/Klagenfurt), Kroatien (12. Juni/Klagenfurt) und Österreich (16. Juni/Wien) treffen, könnten sich die gesundheitlich bedingten Zwangspausen nach Ansicht des Angreifers sogar als Vorteil erweisen. "Vielleicht bin ich etwas ausgeruhter, als wenn ich noch mehr Spiele absolviert hätte."

Gomez erzielte 19 Tore in 25 Bundesligapartien
Zum Jahreswechsel hatte ihn eine Rippenfellentzündung zurückgeworfen, im April war ein Muskelfaserriss im Oberschenkel dazugekommen. Zudem plagten den "Fußballer des Jahres 2007" immer wieder Schmerzen im Rücken. Trotz dieser Probleme kam Gomez auf die erstaunliche Quote von 19 Toren in 25 Bundesligapartien, nur Bundesliga-Torschützenkönig Luca Toni vom FC Bayern schlug mit 24 Treffern öfter zu. Damit ließ der Stuttgarter seine Kontrahenten Kuranyi (15), Klose (10) und Podolski (5) klar hinter sich.

Ansprüche meldet Gomez aber trotzdem nicht an, ehrgeizige Vorsätze für die EM hat er aber sehr wohl, wie er betonte: "Ich gehe mit großen Hoffnungen in der Turnier. Ich will mit der Mannschaft viel erreichen, wenn es geht, wollen wir natürlich den Titel holen."

Skurilles Erfolgsritual
Mit jedem EM-Tor würde der 22-Jährige, der in seinen bisherigen neun Länderspielen bereits sechsmal getroffen hat, zuletzt beim 4:0-Sieg in der Schweiz im Doppelpack, auch mehr ins Schaufenster rücken und für internationale Top-Clubs noch interessanter werden. Derlei Gedanken weist Gomez, der ein skurriles Erfolgsritual vor den Spielen pflegt - "Ich gehe immer ans Pissoir ganz links außen. Ich weiß zwar, dass das nichts bringt, aber wenn ich es einmal nicht mache und wir verlieren, dann würde ich die ganze Zeit denken: vielleicht lag es daran", sagte er dem Magazin "Men's Health" - aber zurück: "Ich spiele die EM ganz bestimmt nicht, um mich zu präsentieren, sondern weil ich mit der Mannschaft Erfolg haben will."

Bei seinem Verein sieht man die Situation nicht so entspannt. "Ich hoffe nicht, dass während der EM ein Angebot von einem absoluten Top-Verein kommt", sagte Trainer Armin Veh dem Magazin "Sport Bild". Der Marktwert des Torjägers wird schon vor seinem ersten großen Turnier auf 20 Millionen Euro taxiert. Bis 2012 steht Gomez noch beim VfB unter Vertrag.

"Ich fühle mich in Stuttgart sehr wohl", betonte der im baden-württembergischen Riedlingen aufgewachsene Profi: "Damit ich hier weggehe, muss schon sehr viel zusammenpassen." VfB-Manager Horst Heldt hofft zwar, dass es so sein wird, macht sich aber nichts vor: "In unserem Geschäft weiß man nie."

Kampf um fünften Stürmerplatz
Im Schatten des Kampfs um die Stammplätze matchen sich der Gladbacher Routinier Oliver Neuville und der Kölner Patrick Helmes um den fünften Stürmerplatz und damit den Verbleib im endgültigen 23-Mann-Kader. "Im Sturm sind wir bestens besetzt", erklärte auch DFB-Teamchef Joachim Löw.

(apa/red)

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21.5.2008 14:14
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