21.5.2008 19:07

Prävention Trumpf bei EURO 2008: Polizei setzt auf Analysen und Strategie-Planungen

  • Verbindungsbeamten kommt große Bedeutung zu
  • PLUS: Kurz-Spots sollen zur Prävention animieren

Mit täglichen Gefahren-Analysen und Strategie-Planungen will das Bundeskriminalamt (BK) während der EM die Kriminalität vom Taschendiebstahl bis hin zum Hooliganismus bekämpfen. Ein rund um die Uhr besetzter Kommandoraum und eine Einsatzzentrale für Meetings mit ausländischen Verbindungsbeamten, Vertretern von Interpol, Europol, der Eurojust und dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung wurde eingerichtet. Mindestens zweimal täglich werde man dort Besprechungen abhalten, erklärte EM-Koordinator Generalmajor Gerhard Lang bei einer Pressekonferenz die Arbeit des Lage- und Informationszentrums (LIZ).

Vandalismus, Straßenkriminalität, Betrugsdelikte und Körperverletzungen zählen zu den kriminalpolizeilichen Schwerpunkten des BK. Um Delikte, die Anwesenheit von "Bettelkindern" und verstärkte Prostitution zu unterbinden, seien bereits seit Anfang Mai bulgarische und rumänische Verbindungsbeamte in Wien im Einsatz, so General Franz Lang, stellvertretender Generaldirektor für öffentliche Sicherheit. "Es ist der größte Einsatz auf den wir uns je vorbereitet haben." Man habe ein dichtes Netzwerk geschaffen, mit noch nie dagewesener Dimension und Intelligenz und gehe daher sehr beruhigt auf die EM zu. Auftreten werde man jedenfalls als "lockere" und nicht als "schwer bewaffnete" Polizei.

In den Public Viewing-Bereichen wie der Fanzone würden auf jeden Fall mehr Vorfälle erwartet als in den Stadien, betonten die BK-Mitarbeiter. Dies habe sich bei vergangenen Großveranstaltungen herauskristallisiert. Kleinkriminalität habe bei der WM in Deutschland beispielsweise zu etwa 9.000 Festnahmen geführt.

Kooperation im Kampf gegen Hooligans
Der Gefahr durch Hooligans begegne man durch ein dichtes Netz aus szenekundigen Beamten aus dem In- und Ausland. Die Gefahr bei Länderspielen sei aber geringer als bei einem Match zweier Vereins-Mannschaften, so Lang. "Das ist keine Hypothese, sondern eine Tatsache." Für den Kampf gegen die organisierte Kriminalität gebe es Kooperationen mit den Teilnehmerländern, die in Österreich spielen, sowie allen anderen wichtigen Staaten.

Um für genügend Personal zu sorgen, werden rund 600 Beamte aus Niederösterreich in die Polizeiinspektionen nach Wien geholt. Zusätzlich würden rund 50 Kräfte aus dem BK die Kriminalkommissariate verstärken. Da es während der EM keine Urlaube oder Aus- bzw. Weiterbildungen gebe, habe man zudem generell 30 Prozent mehr Personal als im Normalfall. 160 Mann des Entschärfungsdienstes sind für unter anderem für die Durchsuchung der Stadien, Trainingsstätten, Mannschaftsunterkünfte sowie die Staatsgäste zuständig.

659 Beamte werden im Bereich Prävention im Einsatz sein. Durchgeführten beispielsweise bereits Schulungen für Gewerbetreibende. Mit grafischen Spots soll den Fans zudem das richtige Verhalten gezeigt werden, um sich vor Taschendiebstahl oder Vandalismus zu schützen. Die kurzen Filme werden in Stadien und bei Public Viewings gezeigt. Auch gegen Ticketfälschung und Betrugsdelikte wird gezielt vorgegangen.

(apa/red)

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21.5.2008 19:07
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