"Man muss es wollen, mit aller Macht":
Treffen der Giganten im großen CL-Endspiel
- Rein englisches Duell im Finale der Königsklasse
- Ballack will diesmal auf keinen Fall leer ausgehen
·"Manchester wird das Rennen machen"
Scharner und Pogatetz favorisieren Red Devils
·Geld spielt bei ManU & Chelsea keine Rolle
Marktwert der zwei Clubs liegt bei 771,5 Mio. Euro
·ManU und Chelsea
im Marktwert-Duell
Die Champions-League-
Finalisten und ihre Spieler
·Manchester United
ist 1,2 Milliarden wert
Die Red Devils sind der teuerste Klub der Welt
·GRAFIK zu Chelsea & Machester United hier
Alle Fakten zu den Clubs und ihr Weg nach Moskau

Ausgerechnet in der Heimat von Mäzen Roman Abramowitsch hofft Chelsea auf den lange ersehnten ersten Triumph in der Champions League. Im ersten rein englischen Finale in der Geschichte der Fußball-Millionenliga gegen Manchester United heute abend in Moskau wollen sich die "Blues" nach drei Semifinal-Niederlagen in den vergangenen vier Jahren als erster Club aus London den Traum vom Sieg in der europäischen Königsklasse erfüllen.
Seit der Übernahme von Chelsea vor fünf Jahren hat Abramowitsch die erste Final-Teilnahme der Club-Geschichte fast 800 Mio. Euro gekostet. Mit den "Red Devils" wartet vor knapp 70.000 Zuschauern im Luschniki-Stadion aber ein Team, das Chelsea wie der Semifinal-Kontrahent Liverpool in- und auswendig kennt. "Es gibt keine Geheimnisse. Beide Teams wissen alles voneinander", sinnierte Chelsea-Trainer Avram Grant.
Englands alter und neuer Meister Manchester baut auf der Jagd nach dem Double auch auf den psychologischen Aspekt. Nachdem Chelsea 2005 und 2006 die Meisterschaft in der weltweit besten Liga für sich entscheiden konnte, lief die Mannschaft von Alex Ferguson den Londonern in den vergangenen beiden Saisonen den Rang ab. Selbstsicher hatte "ManU" schon bei der Ankunft in Moskau am Montagabend einen leeren Trophäenkoffer im Gepäck, um den Pokal unbeschadet mit nach Hause zu nehmen. "Wir haben die Siegermentalität in großen Spielen", erklärte "Sir Alex" lange vor dem Abschlusstraining.
Ronaldo "muss nichts mehr beweisen"
In direktem Zusammenhang steht diese Leistungsexplosion bei Manchester mit Cristiano Ronaldo. Vor dem wohl wichtigsten Saisonspiel hat es der Portugiese in Premier League und Champions League auf 41 Tore gebracht. Bei insgesamt 109 Saisontreffern von Manchester in allen Bewerben keine schlechte Quote. "Ich muss niemandem mehr etwas beweisen. Ich habe 41 Tore in dieser Saison geschossen und jede Auszeichnung gewonnen", verkündete der 23-Jährige. "Wenn ich in Moskau gut spiele, werde ich vielleicht auch noch Europas 'Fußballer des Jahres', aber daran denke ich nicht. Ich will Champions League-Sieger werden."
Angehaftet wird Ronaldo, in wirklich wichtigen Spielen Nerven zu zeigen - wie beim WM-Halbfinale Portugals gegen Frankreich 2006 oder dem Champions-League-Halbfinale 2007 gegen den AC Milan, als ihn Gennaro Gattuso mühelos neutralisierte. Viel wird deshalb auch von Manchesters Paradestürmern Carlos Tevez und Wayne Rooney abhängen. Aufseiten der Londoner sind Frank Lampard (19 Saisontore) und der verlässliche Torjäger Didier Drogba (15) Erfolgsgaranten, Michael Ballack erwies sich erst vor knapp einem Monat als "ManU-Spezialist".
Ballack verlor bereits ein Finale
Der lange Zeit verletzte, aber in den vergangenen Wochen groß aufspielende deutsche Teamkapitän sorgte im Alleingang für ein umjubeltes 2:1 gegen Manchester an der Stamford Bridge. Bei seiner zweiten Champions-League-Finalteilnahme will sich der 31-Jährige sechs Jahre nach dem 1:2 mit Bayer Leverkusen gegen Real Madrid endlich die Trophäe sichern. "Man muss es wollen, mit aller Macht", erklärte Ballack, "das Gefühl, wie es wäre, die Trophäe in den Händen zu haben, wird jeden Tag stärker. Es besitzt dich total und bestimmt deine ganzen Gedanken, und genauso muss es sein."
Offensivdrang und englischer "Kick and rush" dürfen die Zuschauer in Moskau sowie Millionen vor den TV-Schirmen nicht erwarten, setzten beide Teams im Semifinale doch auf taktische Disziplin. Manchester mauerte sich gegen den FC Barcelona nur dank eines Kunstschusses des beim Titelgewinn 1999 gesperrt gewesenen Paul Scholes ins Finale. Chelsea erreichte in Liverpool ein schmeichelhaftes 1:1, beim Rückspiel ebnete den "Blues" ein entfesselter Drogba einen 3:2-Erfolg nach Verlängerung.
Beide Teams schöpfen aus dem Vollen
Beide Teams können vor dem Showdown in Moskau aus dem vollen Schöpfen. Bei Chelsea wurde die Innenverteidigung mit Ricardo Carvalho und John Terry ebenso rechtzeitig fit wie Drogba. Unterstützt werden soll der Stürmer von der Elfenbeinküste an den Flanken von Joe Cole und aller Voraussicht nach Florent Malouda. Bei ManU setzt Ferguson voraussichtlich auf ein 4-4-2, im dem auch der Südkoreaner Ji-Sung Park aufscheinen könnte. Sorgen bereitet lediglich der Rasen: Im Luschniki-Stadion ist das um 200.000 Euro neu verlegte Gras aus der Slowakei als Ersatz für den ungeliebten Kunstrasen in sehr schlechtem Zustand.
Mögliche Aufstellungen:
Manchester United - Chelsea:
Moskau, Luschniki-Stadion, SR Lubos Michel (SVK).
Manchester: Van der Sar - Brown, Ferdinand, Vidic, Evra - C. Ronaldo, Scholes, Carrick, Park - Rooney, Tevez
Chelsea: Cech - Essien, Carvalho, Terry, A. Cole - J. Cole, Ballack, Makelele, Lampard, Malouda/S. Kalou - Drogba
(apa/red)
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