Mittwoch, 21. Mai 2008

Ferrari will Monaco-Durststrecke beenden:
Seit 2001 konnten "Rote" hier nicht siegen

  • Derzeit fahren Räikkönen und Massa in eigener Liga
  • Kubica gilt beim Straßenrennen als Geheimfavorit

Vieles deutet darauf hin, dass am Sonntag auch im Fürstentum Monaco Ferrari die Nase vorne hat. 2001 (Michael Schumacher) haben die "Roten" aus Maranello zum letzten Mal den Klassiker an der französischen Riviera gewonnen. Diese siebenjährige Durststrecke soll nun endlich beendet werden und nach den jüngsten Testfahrten in Frankreich gibt man sich bei Ferrari, das zuletzt auf langsamen Kursen eindeutig schwächer war als McLaren, zuversichtlich. "Der F2008 ist auf dieser Art von Strecken deutlich stärker geworden", jubelte Weltmeister Kimi Räikkönen wenige Tage vor dem 66. GP von Monaco.

Im Vorjahr hatte der Finne als überrundeter Achter in Monte Carlo gerade noch einen Punkt geholt. Am Saisonende gewann er die WM um einen Zähler. Diesmal liegt der Finne nach fünf von 18 Rennen mit 35 Punkten in Führung und sieben Zähler vor den jeweils bei 28 Zählern haltenden Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) und Felipe Massa (Ferrari).

Ferrari derzeit ohne Konkurrenz
Seit dem technisch bedingten Doppel-Aus beim Auftakt in Australien hat Ferrari nicht zuletzt dank einer offensichtlichen PS-Überlegenheit alle Rennen gewonnen und fährt derzeit mit der Konkurrenz Schlitten. Mit Neo-Motorradprofi Michael Schumacher im Kommandostand soll es nun auch in Monaco endlich wieder klappen. Womöglich kommt man aber schön langsam auch in eine Zwickmühle. Massa hat wie Räikkönen schon zwei Saisonsiege und ob sich der Edeldomestik weiter mit der Rolle des Wasserträgers abfindet, muss sich erst weisen.

Nach Monaco-GP 2007 ging's für McLaren bergab
Bei McLaren entsteht beim Rückblick wohl eher eine Gänsehaut. Unmittelbar nach dem triumphalen Monaco-Doppelsieg vor einem Jahr, bei dem Fernando Alonso und Hamilton bis auf Massa alle anderen überrundeten, kamen die Silbernen aus den Negativ-Schlagzeilen nicht mehr heraus.

Wegen verbotener Stallorder drohte zunächst die Aberkennung des Sieges, bald darauf versank die Formel 1 wegen der Silberpfeile in einer Spionage-Affäre, die unmittelbar vor dem Monaco-GP zunächst als Sabotage-Akt (Nigel Stepney) ihren Anfang genommen hatte und danach erst so richtig eskalierte und in einer 100-Mio-Dollar-Strafe für McLaren endete. Nicht wenige in der Formel 1 glauben, dass die Sexvideo-Affäre von FIA-Präsident Max Mosley damit im Zusammenhang steht.

Stadt-GP erstmals ohne Traktionskontrolle
Auch bei der 66. Auflage bleibt der prestigeträchtige, aber längst anachronistische Monaco-GP ein Lotteriespiel. Vielleicht ist er es mehr denn je, müssen doch die 20 Piloten erstmals ihre 750-PS-Geschoße ohne Traktionskontrolle durch den engen Straßenkurs zirkeln und die Wetteraussichten schließen Regen und Wind nicht aus. Das Qualifikationstraining ist wie immer die dreiviertel Miete, denn Überholen ist im Rennen in den engen Straßenschluchten mit ihren rutschigen Bodenmarkierungen praktisch unmöglich.

Geheimfavorit Robert Kubica
Bei der Suche nach dem Geheimfavoriten stößt man daher rasch auf Robert Kubica. Der schnelle Pole bringt bei BMW-Sauber den Deutschen Nick Heidfeld immer mehr unter Druck und gilt als überfällig für den ersten Sieg. Die BMW's haben sich bisher eindeutig als dritte Kraft in der Formel 1 etabliert. Sollte Kubica wie zuletzt in Bahrain Pole für die Deutsch-Schweizer herausfahren, ist ohne Fahrfehler, Defekt oder Safety-Car-Phase der erste Sieg für das Team des österreichischen Testfahrers Christian Klien durchaus möglich. Und gerade Monaco war immer wieder gut für Überraschungen.

Bewiesen hat das auch David Coulthard. Der Schotte hat in Monaco nicht nur bereits zweimal im McLaren gewonnen, sondern 2006 hier auch den ersten Podestplatz für Red Bull Racing geholt. Der 37-jährige, der vermutlich seine letzte Saison bestreitet und 2009 von Sebastian Vettel abgelöst werden soll, fährt am Sonntag seinen bereits 234. Grand Prix. Da kann nicht einmal der italienische Routinier Giancarlo Fisichella mithalten, der am Sonntag seinen 200er begeht.

(apa/red)

21.5.2008 16:06
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