Mittwoch, 21. Mai 2008

Barack Obama kommt Nominierung näher:
Nach Erfolg in Oregon nicht mehr einholbar

  • Hillary Clinton hilft auch Sieg in Kentucky nicht weiter
  • Clinton will im Rennen um US-Präsidentschaft bleiben

Mit einem Sieg der Vorwahl in Oregon ist US-Senator Barack Obama einer Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten noch näher gerückt. Seine Rivalin Hillary Clinton konnte dagegen im Staat Kentucky klar gewinnen und will weiter nicht aufgeben. Obama kann inzwischen die Mehrheit der Stimmen der gewählten Delegierten auf sich vereinen. Die Nominierung seiner Partei sei nun "in Reichweite", sagte der 46-Jährige bei einem Wahlkampfauftritt im Bundesstaat Iowa.

Bei dem symbolträchtigen Auftritt in Iowa dankte Obama den Wählern in dem Bundesstaat im Mittleren Westen, wo er im Jänner seinen ersten Sieg gegen die damals klare Favoritin Clinton errungen hatte. Vor mehr als 7.000 Anhängern vermittelte Obama den Eindruck, er habe die Nominierung bereits sicher, ohne sich jedoch tatsächlich zum Sieger zu erklären.

Clinton betonte dagegen, sie werde im Rennen bleiben und wolle, dass jede Stimme gezählt werde. Beide Bewerber lobten einander gegenseitig und riefen die Demokraten zur Einigkeit auf. Dies wurde als Zeichen gewertet, dass der innerparteiliche Wettstreit bald beendet werden könnte.

Clinton hofft auf Superdelegierte
Die Senatorin von New York appellierte an die noch unentschiedenen Superdelegierten, die als Funktionäre oder Amtsträger eine Stimme auf dem Nominierungsparteitag im Spätsommer haben und voraussichtlich das Zünglein an der Waage sein werden. "Es wird von der Partei abhängen, wer der Präsidentschaftskandidat sein wird, wer in der Lage sein wird, (den republikanischen Kandidaten) John McCain zu schlagen", betonte sie.

Bei der Vorwahl im konservativen Kentucky kam die Ex-First-Lady nach Auszählung aller Wahllokale auf 65 Prozent der Stimmen, Obama auf 30 Prozent. Sie konnte dort vor allem bei Wählern in ländlichen Gebieten und unter der weißen Bevölkerung punkten. Nach Auszählung von fast 90 Prozent der Stimmen im liberalen Westküstenstaat Oregon kam Obama dort auf 58 Prozent der Stimmen, Clinton auf 42 Prozent.

Nach Berechnungen des Nachrichtensenders CNN verfügt Obama nun über 1648 der 3253 an das Abstimmungsergebnis gebundenen Delegierten, Clinton über 1493. Gemeinsam mit den "Superdelegierten", die nicht an die Ergebnisse der Vorwahlen gebunden sind, schätzt CNN die Delegiertenanzahl für Obama auf insgesamt 1953, für Clinton auf 1770. Die nächsten Vorwahlen finden am 1. Juni in Puerto Rico und danach am 3. Juni in Montana und South Dakota statt. Endgültig wird der demokratische Kandidat bei einem Parteitag im August bestimmt.

Volle Wahlkampfbörsen
Unterdessen wird in der Demokratischen Partei bereits diskutiert, einen führenden Wahlkampfhelfer Obamas, Paul Tewes, mit der Kampagne im Herbst zu beauftragen. Der designierte Kandidat der Republikaner, McCain, steht lange fest und konzentriert sich bei seinen Angriffen bereits auf Obama. Dieser hat nach eigenen Angaben bereits 37 Millionen Dollar (23 Millionen Euro) für den Wahlkampf gesammelt. McCain kommt auf 22 Million Dollar (14 Millionen Euro). Für die Kampagne Obamas gab es bisher 1,5 Millionen Spender.

Obama, Senator aus Illinois, wäre der erste schwarze US-Präsident. Clinton, Senatorin aus New York und ehemalige First Lady, wäre die erste Frau im höchsten Staatsamt der USA. Die Präsidentenwahl findet im November statt.
(apa/red)

21.5.2008 14:14