Behörden schockieren mit neuer Opferzahl: Beben kostet 55.000 Menschen das Leben
- 25.000 werden in Sichuan immer noch vermisst
- 200.000 Freiwillige arbeiteten im Katastrophengebiet

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Elf Tage nach dem Erdbeben in Südwestchina ist die Zahl der bestätigten Toten auf fast 56.000 gestiegen. Weitere 25.000 Menschen werden in der Erdbebenprovinz Sichuan noch vermisst. 5,46 Millionen Häuser seien durch das Erdbeben vollständig zerstört worden, sagte der Vizegouverneur von Sichuan. Fast sechs Millionen Gebäude haben schwere Schäden davon getragen.
Der Wiederaufbau in der durch das Erdbeben verwüsteten Region dürfte drei Jahre dauern. Aus Angst vor einer Flutwelle durch den Bruch eines natürlichen Dammes, der sich in Tangjiashan im Landkreis Beichuan durch einen Erdrutsch in einem Fluss gebildet hat, sind flussabwärts abermals Evakuierungen angeordnet worden. Ministerpräsident Wen Jiabao hatte am Vortag den See inspiziert, der sich aufgestaut hatte, nachdem ein Bergrutsch den Fluss blockiert hatte.
Anhaltende Regenfälle
Mit den anhaltenden Regenfällen, dem steigenden Wasserstand und den Nachbeben wächst die Gefahr, dass diese natürlichen Dämme aus Felsen, Geröll und Erde brechen und dass eine Flutwelle weiter unterhalb gelegene Gebiete überrollt. Die Wasserbehörden versuchten mit der Erklärung, dass "keine größere Krise" erwartet wird, die Menschen zu beruhigen. Doch wurden die Evakuierungen angeordnet, um eventuelle Opfer zu vermeiden.
Für die mehr als fünf Millionen Obdachlose werden dringend Zelte und vorübergehende Unterkünfte benötigt. Bisher seien 443.340 Zelte und drei Millionen Kleidungsstücke in der Erdbebenregion eingetroffen.
Auch die Gefahr radioaktiver Verseuchung bedroht die Krisenregion: Experten haben 50 Quellen mit radioaktiver Strahlung lokalisiert. Die Lage sei aber unter Kontrolle, sagte ein Vertreter des Umweltministeriums.
(apa/red)
