Montag, 19. Mai 2008

Erdbeben verursacht Milliarden-Verluste:
Wirtschaft am meisten in Sichuan betroffen

  • 0,7 Prozent weniger Wirtschaftswachstum erwartet
  • Ökonom spricht von nur kurzfristigen Auswirkungen

Das verheerende Erdbeben hat in China einen direkten wirtschaftlichen Schaden von rund 67 Mrd. Yuan verursacht, das sind umgerechnet 6,2 Mrd. Euro. Die Verluste ergeben sich aus Erhebungen, wonach in der am stärksten betroffenen, südwestchinesischen Provinz Sichuan 14.207 Unternehmen Schäden erlitten hätten, erklärte der stellvertretende Minister für Industrie und Informationstechnologie, Xi Guohua.

Gemessen an der Wirtschaftsleistung Chinas 2007 bedeute das für die Volksrepublik Einbußen von 0,27 Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP), so der Minister laut Presseerklärung. Indirekte Folgen mitberücksichtigt wird das Wirtschaftswachstum des Landes einem staatlichen Medienbericht zufolge dieses Jahr bis zu 0,7 Prozentpunkte einbüßen. Die jährliche Zuwachsrate werde um 0,4 bis 0,7 Prozentpunkte schrumpfen, zitierte das "China Securities Journal" Analysten der BOC International China.

Nur kurzfristige Einbußen?
Ein Ökonom der CITIC Securities wurde dagegen mit den Worten zitiert, es handle sich um eher kurzfristige Auswirkungen, die die Konjunktur im Jahresverlauf nur 0,2 Prozentpunkte kosteten. Später werde die Wirtschaft möglicherweise durch einen massiven Wiederaufbau sogar an Fahrt gewinnen.

Chinas Wirtschaft wuchs im ersten Quartal um 10,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei dem schweren Beben am Pfingstmontag wurden nach Angaben der Behörden mindestens 71.000 Menschen getötet oder wurden weiter vermisst. Rund 4,8 Mio. Menschen sind obdachlos.
(apa/red)

19.5.2008 10:59