Gewalt ist "Schande" für ganz Südafrika:
Präsident Mbeki verurteilt Ausschreitungen
- Rotes Kreuz muss 25.000 Vertriebene versorgen
- Angreifer bei Polizeiaktion von Soldaten erschossen

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Der südafrikanische Präsident Thabko Mbeki hat die fremdenfeindliche Gewalt in seinem Land als "Schande" bezeichnet. "Heute haben wir es mit einer Schande zu tun", sagte Mbeki in einer vom Radiosender SABC übertragenen Rede in der Region Eastern Cape. "Einer beschämenden Schande für unsere Nation, in der eine Handvoll Menschen, eine Minderheit in unserer Gemeinschaft, sich entschlossen hat, Gewalt gegen unsere afrikanischen Brüder zu richten." Mbeki forderte seine Landsleute auf, gegen die Gewalt anzugehen: "Das ist etwas, gegen das wir entschieden handeln und das wir beenden müssen", sagte er.
Mbeki hatte sich bisher mit Äußerungen zu der seit dem 11. Mai andauernden Gewalt sehr zurückgehalten. Obwohl zufolge der Zeitung "Saturday Star" eine Gruppe afrikanischer Botschafter die Regierung bereits im April vor drohenden Pogromen gegen Zuwanderer aus anderen afrikanischen Ländern gewarnt hätten, war die Regierung von den Geschehnissen völlig unvorbereitet überrascht worden.
Rotes Kreuz organisiert Notunterkünfte
Wegen der ausländerfeindlichen Gewalt in den Armensiedlungen Südafrikas hat sich das Rote Kreuz bisher um 25.000 vertriebene Menschen kümmern müssen. "Das Rote Kreuz hilft über 25.000 Menschen an 21 Orten, hauptsächlich in Johannesburg", sagte die Direktorin des Roten Kreuzes für das südliche Afrika, Francoise Le Goff, der Nachrichtenagentur AFP. Die Lage habe sich verschlimmert, weil inzwischen auch Gewalt in Kapstadt und Durban begonnen habe.
Nach Angaben der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" (Médecins sans frontières, MSF) sind viele Flüchtlinge gezwungen, ohne ein Dach über dem Kopf in der Kälte zu schlafen. Es gebe immer mehr Infektionen, sagte die Programmchefin der Organisation in Südafrika, Muriel Cornelius. Inzwischen gebe es weniger Fälle von Verletzungen, aber immer mehr Menschen, die aufgrund der Kälte und der schlechten Hygienebedingungen Atemwegs- oder Durchfallerkrankungen hätten. Es müsse dringend entschieden werden, was mit den Flüchtlingen passiere. Einige von ihnen seien in Zelten untergebracht, viele schliefen aber im Freien. Die Kapazitäten seien an vielen Orten erschöpft.
Gewalttäter bei Polizeiaktion von Soldaten erschossen
Am Rande von Johannesburg kam es bei der Absicherung einer Polizeiaktion zu einem Zwischenfall. Als einige Soldaten einen Mann bemerkten, der eine Frau angriff, wollten sie eingreifen. Der Mann richtete daraufhin seine Waffe auf die Militärs und wurde von den Soldaten in Notwehr erschossen.
Insgesamt kamen bei den brutalen Gewaltexzessen nach offiziellen Angaben mindestens 43 Menschen ums Leben. Hunderte andere wurden verletzt, Zehntausende vertrieben, mehr als 500 Menschen wurden festgenommen. Die gewaltsamen Ausschreitungen gegen Einwanderer hatten in einem Armenviertel von Johannesburg begonnen und sich auf andere Townships ausgeweitet.
(apa/red)
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