Neapels Müllhalden werden zur Chefsache:
Berlusconi verspricht rasche Problemlösung
- Militär soll die Straßen Neapels vom Müll befreien
- 100.000 Tonnen Abfall kommen nach Deutschland

·Neue Minister für Italiens Regierung
Die vollständige Liste
von Silvio Berlusconi
·Müllkrise in Neapel nimmt noch kein Ende
Militär soll jetzt gegen Demonstranten vorgehen
Italiens neue Regierung ist in Neapel zu ihrer ersten Sitzung zusammengekommen. Der Mitte April gewählte Ministerpräsident Silvio Berlusconi wählte die süditalienische Stadt als Tagungsort, um ein Zeichen im Kampf gegen die seit Jahren andauernde Müll-Krise der Region zu setzen. Die Regierung hat eine rasche Lösung des Problems versprochen.
Der Ministerrat hat bereits ein Dekret zur Bewältigung der Müllkrise verabschiedet. Im Dekret ist eine Liste neuer Deponien enthalten, die in den nächsten Monaten eröffnet werden sollen. Zivilschutzchef Guido Bertolaso wurde zum Unterstaatssekretär mit dem Auftrag ernannt, die Müllkrise zu bewältigen.
Das Militär soll die Straßen Neapels vom Müll befreien, bevor sommerliche Temperaturen zu einer Notstandssituation für die öffentliche Gesundheit führen. Berlusconi will deshalb das Mandat des Regierungskommissars Gianni De Gennaro verlängern.
Müll nach Deutschland
Um die seit Monaten andauernde Müllkrise zu beenden, soll der Abfall aus der Region mit mehreren Zügen nach Deutschland transportiert werden. Demnach sollen mehr als 100.000 Tonnen Abfall auf Müllhalden in Deutschland gebracht werden. Im Dezember hatte die Müllabfuhr die Arbeit eingestellt, weil auf den Deponien kein Platz mehr war. Seither wird um eine Lösung des Problems gerungen.
Anlässlich der Ministerratssitzung wurde das Zentrum Neapels zum Großteil vom Müll befreit, der sich seit Wochen auf den Straßen der Innenstadt türmt. Neun verschiedene Demonstrationen sind geplant, um Maßnahmen von der Regierung zur Bewältigung des Notstands zu verlangen. Über 1.000 Polizisten wurden eingesetzt, um Ausschreitungen zu verhindern.
(apa/red)
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